Die sichers­te Stadt der Welt

Foto: Asi­en­spie­gelDie berühm­te Stras­sen­kreu­zung von Shi­bu­ya in Tokio.

Tokio wur­de im 20. Jahr­hun­dert zwei Mal fast voll­stän­dig dem Erd­bo­den gleich gemacht. 1923 war es das Gros­se Kan­to-Erd­be­ben. Im Zwei­ten Welt­krieg leg­ten die Bom­ben­ab­wür­fe der Alli­ier­ten Tokio in Schutt und Asche. Von die­sen Ein­schnit­ten hat sich die japa­ni­sche Haupt­stadt längst erholt.

Sep­tem­ber 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.

In den letz­ten sieb­zig Jah­ren hat sie sich gar zur gröss­ten glo­ba­len Mega-City ent­wi­ckelt. Heu­te leben im Gross­raum Tokio rund 38 Mil­lio­nen Men­schen. Und stets bleibt die Angst vor dem nächs­ten gros­sen Beben. Eine Natur­ka­ta­stro­phe wie 1923 wür­de schät­zungs­wei­se 9700 Tote, 147’6000 Ver­letz­te und 378’000 zer­stör­te Gebäu­de for­dern, wie eine Stu­die vor einem Jahr ergab (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Viel­leicht ist es gera­de die­se anfäl­li­ge geo­gra­phi­sche Lage, die Tokio beson­ders sen­si­bel für alle Aspek­te der Sicher­heit macht. Auf die Natur­ka­ta­stro­phen­prä­ven­ti­on, die Sicher­heit der Bür­ger sowie die per­fek­te ver­kehrs­tech­ni­sche Orga­ni­sa­ti­on wird in die­ser Metro­po­le seit jeher viel Wert gelegt.

Ehre für Tokio und Osaka

Und so kommt es, dass The Eco­no­mist in einer kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Stu­die die gröss­te Stadt der Welt auch gleich zur sichers­ten erklärt hat – vor Sin­ga­pur und Osa­ka. Nur Japan und Aus­tra­li­en (Syd­ney und Mel­bourne) sind mit jeweils zwei Städ­ten in den Top 10 vetreten.

Die vier Kate­go­ri­en «digi­ta­le Sicher­heit» (Cyber­kri­mi­na­li­tät, Ide­ni­täts­be­trug, etc), «gesund­heit­li­che Sicher­heit» (Spi­tal­bet­ten, Lebens­er­war­tung, Luft- und Was­ser­qua­li­tät, etc) «infra­struk­tu­rel­le Sicher­heit» (Qua­li­tät der Stras­sen und Elek­tri­zi­tät, Ver­kehrs­to­te, Natur­ka­ta­stro­phen-Prä­ven­ti­on, etc) und die «per­sön­li­che Sicher­heit» (Kri­mi­na­li­tät, Poli­zei­prä­senz, etc) hat das bri­ti­sche Maga­zin für die­se Stu­die aus­ge­wer­tet. 50 Städ­te hat es unter die Lupe genommen.

In drei Kate­go­ri­en liegt die japa­ni­sche Haupt­stadt in den Top 5. Ein­zig bei der «gesund­heit­li­chen Sicher­heit» muss sich Tokio mit dem 8. Rang zufrie­den geben. Alles in allem macht dies die japa­ni­sche Haupt­stadt zur welt­wei­ten Num­mer 1.

Aus­nah­me unter den Mega-Cities

Wer ein­mal in Tokio war, der mag die­se Ein­schät­zung bestä­ti­gen. In nur wenig ande­ren Gross­städ­ten fühlt man sich siche­rer. Die japa­ni­schen Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­ti­ken unter­mau­ern die Aus­wer­tung von The Eco­no­mist (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

So ist Tokio auch der Beweis dafür, dass eine Mega-City – eine Stadt mit mehr als 10 Mio Ein­woh­nern – sehr sicher sein kann. Trotz allem ist die japa­ni­sche Haupt­stadt eine Aus­nah­me. Nur gera­de mal sechs Mega-Cities haben es im Ran­king von The Eco­no­mist in die Top 25 geschafft. 14 wei­te­re Mega-Cities sind in der unte­ren Hälf­te zu finden.

Eine siche­re Stadt ist aber nicht unbe­dingt eine attrak­ti­ve Stadt. Denn die Ent­schei­dung, wo man leben möch­te, hängt nicht nur vom Fak­tor Sicher­heit ab. Der Arbeits­markt, poli­ti­sche Frei­hei­ten, das kul­tu­rel­le Ange­bot oder ein gutes geschäft­li­ches Umfeld zäh­len eben­so dazu. So liegt Tokio in der Eco­no­mist-Rang­lis­te «der bes­ten Städ­te zum Leben» ledig­lich auf Rang 16, ein Rang hin­ter Osa­ka. Toron­to, Mon­tral und Stock­holm haben hier die Nase vorn.

Im Shop
An alle Leser
Freiwilliges Abo

An alle Leser

Mit einem frei­wil­li­gen Abo sichern Sie die Zukunft die­ses unab­hän­gi­gen Blogs.

MEHR ERFAHREN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN

cas-ostasien
Shinsen
asia-intensiv
Shizuku
Sato
Negishi
Bimi
Gustav Gehrig
Kabuki
Schuler Auktionen
Yu-an
Butcher
Edomae
Japan Wireless
Aero Telegraph
Nooch
Asia Society
Depositphotos 1b
Prime Travel
Kokoro
Kalligrafie
Japan Rail Pass
Kabuki_2
Keto-Shop
Depositphotos 2
Depositphotos 1