Miya­za­ki und die Karikaturen

Foto: flickr/​deten­ga­seAni­me-Meis­ter Hayao Miyazaki.

Hayao Miya­za­ki, der mehr­fa­che preis­ge­krön­te Stu­dio-Ghi­b­li-Grün­der im Ruhe­stand, gab am ver­gan­ge­nen Mon­tag ein sel­te­nes Radio­in­ter­view für den Sen­der TBS. Wenn die Ani­me-Legen­de spricht, dann hört nicht nur Japan ger­ne zu – weil man auch weiss, dass der 74-Jäh­ri­ge nicht nur zu sei­ner eige­nen Arbeit, son­dern auch zu poli­ti­schen The­men lei­den­schaft­lich und offen Stel­lung nimmt. 

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So führ­te das län­ge­re Gespräch schliess­lich zum Ter­ror­an­schlag gegen das Sati­re­ma­ga­zins Char­lie Heb­do und die damit zusam­men­hän­gen­den Moham­med-Kari­ka­tu­ren. Dabei stell­te sich her­aus, dass der Ani­me-Meis­ter bezüg­lich Mei­nungs­frei­heit und Kari­ka­tu­ren eine dezi­dier­te Hal­tung vertritt.

«Ich hal­te es für einen Feh­ler, eine Per­son, die von einer ande­ren Kul­tur ver­ehrt wird, zu einem The­ma in einer Kari­ka­tur zu machen», sag­te er. Man soll­te dies lie­ber unter­las­sen. Damit mein­te Miya­za­ki aber nicht, dass man sich als Künst­ler poli­tisch zurück­hal­ten soll­te. Sei­ner Mei­nung nach muss die Kari­ka­tur jedoch in eine ande­re Rich­tung gehen: «Zual­ler­erst soll­te man die Poli­ti­ker des eige­nen Lan­des kari­kie­ren. Poli­ti­ker ande­rer Län­der zu the­ma­ti­sie­ren, hal­te ich für frag­wür­dig», zitiert ihn 47 News.

Ein beken­nen­der Pazifist

Um Miya­za­kis Hal­tung zu ver­ste­hen, muss man wis­sen, dass er ein bekenn­der Pazi­fist ist, der die japa­ni­sche Frie­dens­ver­fas­sung als die Basis für Japans Wohl­stand nach dem Krieg sieht und jeg­li­che mili­tä­ri­sche Auf­rüs­tung oder Ein­mi­schung ablehnt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

In die­ser Bezie­hung hat Hayao Miya­za­ki Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe, der offen eine Ände­rung des Kriegs­ver­zichts­ar­ti­kels 9 for­dert und die­sen bezüg­lich der kol­lek­ti­ven Selbst­ver­tei­di­gung bereits umin­ter­pre­tiert hat (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Japans eige­ne Geschichte

Im Inter­view mit TBS beton­te er, dass die Frie­dens­ver­fas­sung gera­de in einer Welt, die zuneh­mend chao­ti­scher wer­de, nütz­lich sei. Japan habe zudem den Vor­teil geo­gra­phisch und his­to­risch weni­ger ver­flech­tet zu sein, als bei­spiels­wei­se Euro­pa mit dem Nahen Osten.

Aus­ser­dem soll­te Japan aus der eige­nen Geschich­te sei­ne Leh­ren zie­hen. Der japa­ni­sche Impe­ria­lis­mus habe in Japan zu 3 Mil­lio­nen Kriegs­to­ten, zwei Atom­bom­ben­an­grif­fen und anhal­ten­den Res­sen­ti­ments in der Regi­on geführt. Er wol­le sich daher wei­ter für die jet­zi­ge Frie­dens­ver­fas­sung einsetzen.

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