Der Tod des Ramen-Gottes

Foto: Pony Can­yonRamen-Gott Kazuo Yama­gi­shi (1934−2015).

Japans Ramen-Gott Kazuo Yama­gi­shi ist ges­tern im Alter von 80 Jah­ren an einem Herz­ver­sa­gen in Tokio gestor­ben, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Der Mann mit dem sanf­ten Lächeln eröff­ne­te 1961 den klei­nen Nudel­sup­pen-Shop Tais­ho­ken im berüch­tig­ten Tokio­ter Vier­tel Ikebukuro. 

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Die Erfin­dung der Ramen-Varia­ti­on Tsuke­men, bei der Nudel und Sup­pe getrennt ser­viert wer­den, und sei­ne Gross­zü­gig­keit mach­te ihn berühmt. Aus dem gan­zen Land reis­ten die Kun­den an, um zumin­dest ein­mal im Leben im sagen­um­wo­be­nen Tais­ho­ken von Yama­gi­shi gewe­sen zu sein. Gera­de mal 16 Sitz­plät­ze bot sein Restau­rant, das eng und ver­staubt war. Und den­noch stan­den die Kun­den über zwei Stun­den an, um Yama­gishis Ramen zu kosten.

Der lächeln­de Buddha

Kazuo Yama­gi­shi war alles ande­re als der zur Per­fek­ti­on stre­ben­de, geheim­nis­um­wit­ter­te Chef­koch moder­nen Zuschnitts. Sein Laden war nach 50 lan­gen Jah­ren völ­lig her­un­ter­ge­kom­men, sei­ne Por­tio­nen dafür rie­sig und sei­ne Herz­lich­keit legendär.

Über 100 Köche hat­te er in sei­ner Zeit aus­ge­bil­det, die das Erbe des Tais­ho­ken ins gan­ze Land tru­gen. Selbst sei­nen Kon­kur­ren­ten brach­te er sein Hand­werk bei. Lizenz­ge­büh­ren für die Ver­wen­dung des Restau­rants oder für sei­ne Rezep­te ver­lang­te er nie. Noch im hohen Ren­ten­al­ter stand er noch täg­lich um 4 Uhr mor­gens auf, um sei­nen Arbeits­tag ein­zu­läu­ten, obwohl sein Kör­per dies schon lan­ge nicht mehr mitmachte.

Eine Legen­de in Japan

Im Doku­men­tar­film God of Ramen von Fil­me­ma­cher Taka­shi Inna­mi wur­de die bewe­gen­de Geschich­te von Kazuo Yama­gi­shi, sei­ner viel zu früh ver­stor­be­nen Frau und dem Tais­ho­ken ver­ewigt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Vor sie­ben Jah­ren wur­de das Tais­ho­ken schliess­lich geschlos­sen, um einem Neu­bau Platz zu machen. Ein Nach­fol­ge­re­stau­rant wur­de gleich in der Nähe eröff­net, wo Yama­ga­shis Schü­ler sei­ne Arbeit über­nah­men. Yama­gi­shi zog sich offi­zi­ell zurück. Trotz allem liess sich der alte Meis­ter regel­mäs­sig im Lokal bli­cken, um die Kun­den zu begrüs­sen. Man wird ihn dort schmerz­lich vermissen.

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