Klei­nes Tat­too erlaubt

Foto: flickr/​Ryan Lat­taHier gilt noch immer: Kein Ein­tritt für Tätowierte.

In Japan wird ein Tat­too tra­di­tio­nell mit der japa­ni­schen Mafia, der Yaku­za, in Ver­bin­dung gebracht. Gleich auf dem gan­zen Kör­per tra­gen die­se ihre Täto­wie­run­gen. Ent­spre­chend ver­pönt ist das Tra­gen einer sol­chen Kör­per­be­ma­lung in der japa­ni­schen Gesellschaft.

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Doch seit die Mode­welt die Tat­toos vor ein eini­gen Jah­ren für sich ent­deckt hat, haben auch vie­le jun­ge Japa­ner kei­ne Hem­mun­gen mehr davor.Wer sich für ein Tat­too ent­schie­den hat, dem ist jedoch der Ein­tritt in vie­len öffent­li­che Anla­gen wie den heis­sen Quel­len oder Sau­nas unter­sagt. So ist die Sor­ge gross, dass man damit die ande­ren Gäs­te verscheucht.

Die Rege­lun­gen sind je nach Bade­an­stal­ten unter­schied­lich. Mit den meis­ten lässt sich gar nicht dis­ku­tie­ren. Ande­re wie­der­um erlau­ben den Ein­tritt, solan­ge man das Tat­to abkle­ben kann. Nun wagt die Luxus-Ryo­kan-Hotel­ket­te Kai eine Libe­ra­li­sie­rung, die womög­lich im gan­zen Land zu einem Umden­ken füh­ren könnte.

Klei­ne Tat­toos erlaubt

So hat die Hoshi­no Resort Co., die Besit­ze­rin von Kai, ent­schie­den, dass künf­tig auch Täto­wier­te ihre Bäder benut­zen dür­fen, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Die Vor­aus­set­zung ist, dass das Tat­too nicht län­ger als 10 Zen­ti­me­ter und brei­ter als 8 Zen­ti­me­ter ist, so dass es mit einem weis­sen zur Ver­fü­gung gestell­ten Pflas­ter abge­deckt wer­den kann. Im Okto­ber wird die sechs­mo­na­ti­ge Test­pha­se begin­nen, danach wird defi­ni­tiv entschieden.

Zu die­sem Umden­ken geführt hat die star­ke Zunah­me an Gäs­ten aus dem Aus­land, von denen prak­tisch alle aus Mode­grün­den ein Tat­too am Kör­per tra­gen. Die Sor­ge war wohl gross, dass man eine lukra­ti­ve Ein­nah­me­quel­le ent­ge­hen lässt, soll­te man sich an die strik­ten Regeln aus ande­ren Zei­ten halten.

Ein Gene­ra­tio­nen­kon­flikt

Das The­ma Tat­too hat sich in den letz­ten Jah­ren auch zu einem Gene­ra­tio­nen­kon­flikt ent­wi­ckelt. Gera­de in der Regi­on Osa­ka und Kobe, wo die Yaku­za beson­ders stark ist, sind die Behör­den wei­ter­hin äus­serst strikt. So ist der Zugang an gewis­sen Strän­den für Täto­wier­te unter­sagt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Osakas Bür­ger­meis­ter Toru Hash­i­mo­to liess alle 33’000 Stadt­an­ge­stell­te einen Fra­ge­bo­gen aus­fül­len, in dem sie über mög­li­che Kör­per­be­ma­lun­gen Aus­kunft geben muss­te. Die Ange­le­gen­heit ent­wi­ckel­te sich am Ende zu einem Rechts­fall (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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