Schwim­men­de Solarkraftwerk

Screen­shot: youtube/​京セラ株式会社Eine Visua­li­sie­rung der im März ein­ge­weih­ten Solar­kraft­wer­ke beim Nis­hi­hi­ra- und Higashihira-Teich.

In einem Teich in der Stadt Kasai, Prä­fek­tur Hyo­go, ist die welt­weit gröss­te, schwim­men­de Solar­an­la­ge in Betrieb genom­men wor­den. Die dort ange­le­ge­ten 9000 Pane­le lie­fern jähr­lich 2,3 Mega­watt­stun­den Solar­strom. Sie ver­sor­gen damit 820 Haus­hal­te mit Strom. Gebaut hat die­se schwim­men­de Anla­ge der japa­ni­sche Kon­zern Kyo­ce­ra.

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Das Sys­tem hat den Vor­teil, dass das Was­ser als natür­li­ches Kühl­sys­tem für die Solar­pa­ne­le dient und damit eine sta­bi­le­re Ener­gie­pro­duk­ti­on ermög­licht. Der auf dem Teich pro­du­zier­te Strom fliesst künf­tig ins Netz von Kan­sai Elec­tric Power.

Screen­shot: kyo​ce​ra​.co​.jpDas gröss­te Solar­kraft­werk auf dem Saka­s­a­ma-Teich wur­de am 24. Mai 2015 eingeweiht.

Kyo­ce­ra rech­net mit jähr­li­chen Ein­nah­men von rund 100 Mil­lio­nen Yen (rund 747’00 Euro). Ein Teil davon kommt in Form einer Miet­ver­gü­tung einer Grup­pe von Anwoh­nern des Teichs zugu­te, die für den Unter­halt des Gewäs­sers sorgt. Die Instal­la­ti­on soll aus­ser­dem hef­ti­gen Tai­fun-Stür­men stand­hal­ten können. 

Bereits im März die­ses Jah­res hat Kyo­ce­ra in der­sel­ben Prä­fek­tur zwei wei­te­re schwim­men­de Solar­kraft­wer­ke in Betrieb genom­men, die zusam­men 920 Haus­hal­te mit Strom ver­sor­gen kön­nen (sie­he Video). 

Solar­boom in Japan

Noch machen in Japan die erneu­er­ba­ren Ener­gi­en erst rund 10 Pro­zent der gesam­ten Strom­pro­duk­ti­on aus. Trotz­dem boomt seit der AKW-Kata­stro­phe von Fuku­shi­ma die Solar­ener­gie in Japan. 

Das Land hat in den letz­ten Jah­ren die Kapa­zi­tä­ten sei­ner erneu­er­ba­ren Ener­gi­en auf ins­ge­samt 25 Giga­watt ver­drei­facht, 80 Pro­zent davon stammt aus Solar­kraft­wer­ken, wie die Japan Times berichtet.

Über­all im Land ent­ste­hen neue Kraft­wer­ke, die ihren Strom mit Son­nener­gie pro­du­zie­ren (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Vor ein paar Wochen hat die Fir­ma Orix ihr Pro­jekt für ein Solar­kraft­werk in der Prä­fek­tur Niiga­ta vorgestellt. 

Die­ses soll ab 2018 mit einer Leis­tung von 55 Mega­watt 16’765 Haus­hal­te mit Strom ver­sor­gen. Bau­be­ginn ist im Juni. Kyo­ce­ra allei­ne plant bis 2020 den Betrieb von ins­ge­samt 30 Solar­kraft­wer­ken in Japan mit einer Gesamt­leis­tung von 140 Megawatt.

Chi­nas Vorstoss

Japan ist inzwi­schen der vier­trgröss­te Markt für Solar­ener­gie. Zu die­sem Boom bei­ge­tra­gen hat die vom dama­li­gen Pre­mier­mi­nis­ter Nao­to Kan lan­cier­te Ein­spei­se­ver­gü­tung. Ab die­sem Jahr ist die Bran­che gar soweit, dass die Solar­ener­gie auch ohne staat­li­che Sub­ven­tio­nen pro­fi­ta­bel betrie­ben wer­den kann.

Die aktu­el­le Regie­rung setzt ihre Hoff­nun­gen zwar wie­der ver­stärkt auf den Atom­strom. Bis im nächs­ten Jahr sol­len die ers­ten AKW wie­der in Betrieb genom­men wer­den. Zur­zeit sind noch alle 48 Reak­to­ren abge­schal­tet (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Trotz allem will auch die Regie­rung Abe den Anteil an erneu­er­ba­ren Ener­gi­en bis 2020 auf 22 bis 24 Pro­zent erhöhen.

Seit kur­zem erlebt die Solar­bran­che welt­weit einen Auf­wärts­trend. Das hat einer­seits mit einer ver­bes­ser­ten Solar­tech­no­lo­gie zu tun, mit der heu­te effi­zi­en­ter Ener­gie gewon­nen wer­den kann. Ande­rer­seits hat Chi­na begon­nen, mas­siv in die­se umwelt­freund­li­che Indus­trie zu inves­tie­ren, um eine Alter­na­ti­ve zu sei­nen Koh­le­kraft­wer­ken zu schaf­fen. Das Reich der Mit­te ist längst der gröss­te Pro­du­zent von Solar­mo­du­len. Die Pro­duk­ti­ons­kos­ten für Solar­ener­gie sind dadurch so tief wie noch nie.

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