Der Fisch­markt von Tsuki­ji in Tokio ist der Nabel der japa­ni­schen Ess­kul­tur. Auf die­sem gröss­ten Fisch­markt der Welt arbei­ten rund 60’000 Men­schen. Täg­lich wer­den hier über 400 ver­schie­de­ne Fisch­sor­ten gehan­delt. Der vier­tel­kreis­för­mig gebau­te Markt wur­de 1935 eröff­net, nach­dem der alte Markt in Nihon­ba­shi durch das Kan­to-Erd­be­ben zer­stört wor­den war.

Mit dem glo­ba­len Sushi-Boom began­nen plötz­lich auch die Tou­ris­ten in Mas­sen dem Han­del, ins­be­son­de­re der mor­gend­li­chen Thun­fisch-Auk­ti­on, bei­zu­woh­nen. Es wur­den so vie­le, dass sie den Händ­lern bei der mor­gend­li­chen, hek­ti­schen Arbeit im Weg stan­den. Unfäl­le waren die Fol­ge. Dar­auf war Tsuki­ji nicht vobe­rei­tet. 2010 wur­de die Not­brem­se gezo­gen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Seit­her wer­den täg­lich nur noch 120 Besu­cher an die Thun­fisch-Auk­ti­on zuge­las­sen. Mit der neu­en Rege­lung ist auch der Frie­den zwi­schen Tou­ris­ten und Händ­ler zurück­ge­kehrt. Auch ich war für Asi­en­spie­gel dabei und habe mei­nen Mor­gen gleich fil­misch fest­ge­hal­ten (sie­he oben). Lesen Sie aus­ser­dem in den fol­gen­den Abschnit­ten 7 Tipps & Tricks. Wer noch mehr wis­sen möch­te, dem emp­feh­le ich mei­nen monat­li­chen mei­nen Vor­trag, an dem ich auch über Japans Ess­kul­tur und den Fisch­markt erzäh­len werde. 

Foto: Asi­en­spie­gelDie Thun­fisch-Auk­ti­on. Sehen Sie den Film dazu oben.

1) Der Fisch­markt zieht bald um

Wer den Fisch­markt in sei­ner jet­zi­gen, klas­si­schen Form noch besu­chen möch­te, der muss sich beei­len. Denn vor­aus­sicht­lich 2016 zie­hen die Händ­ler wei­ter süd­lich in den Stadt­teil Toyo­su. Noch gibt es aber kein offi­zi­el­les Datum für den Umzug.

2) Die Struk­tur des Marktes

Grob skiz­ziert (sie­he Bild unten) gibt es die Auk­ti­ons­hal­len, wo jeden Mor­gen von Mon­tag bis Frei­tag der Thun­fisch ver­kauft wird. Dane­ben fin­det man den Gross­han­dels­markt (Inner Mar­ket), wo die Restau­rants und Super­märk­te am frü­hen Mor­gen ihre Ware kau­fen. Tou­ris­ten wer­den gebe­ten jeweils erst nach 9 Uhr die­ses Gelän­de zu besu­chen, wenn der gros­sen Ansturm sich jeweils gelegt hat. Schliess­lich gibt es noch den Outer Mar­ket, der für alle Besu­cher offen steht. Hier gibt es unzäh­li­ge Markt­stän­de (für Fisch, Gemü­se, Früch­te Fleisch und auch für das klei­en Essen unter­wegs) und Restau­rants. Die meis­ten davon schlies­sen irgend­wann um 13 Uhr.

Infos zum Tsukiji-Fischmarkt.

3) Früh aufstehen!

Der Höhe­punkt für Besu­cher ist die Thun­fisch-Auk­ti­on, die jeweils früh­mor­gens beginnt. Täg­lich wer­den nur 120 Leu­te nach dem First-Come-First-Ser­ve-Prin­zip zuge­las­sen, Reser­va­tio­nen sind nicht mög­lich. Anmel­den muss man sich beim Fish Infor­ma­ti­on Cen­ter gleich bei der Har­umi-Stras­se. Offi­zi­ell öff­net die­ses um 5 Uhr. Inzwi­schen ist es aber so, dass die ers­ten Besu­cher bereits um 3 Uhr dort sind. Daher soll­te man spä­tes­tens um 3:50 Uhr dort sein, um sich einen Platz zu sichern. Nach­dem man eine gel­be (ers­te Grup­pe) oder grü­ne Wes­te (zwei­te Grup­pe) erhal­ten hat, darf man im War­te­raum Platz neh­men. Danach ist Geduld gefragt. Denn die ers­te Grup­pe wird erst um 5:25 Uhr, die zwei­te um 5:50 Uhr zur Auk­ti­on geführt. Der Ein­tritt ist kostenlos. 

Foto: Asi­en­spie­gelViel Geduld ist gefragt. War­ten im Fish Infor­ma­ti­on Center.

4) Wie kom­me ich am Mor­gen zum Markt?

Da in den Mor­gen­stun­den weder Bus noch Metro fah­ren, bleibt ein­zig das Taxi, um nach Tsuki­ji zu kom­men. Eine ande­re Mög­lich­keit ist eine Blei­be in Gin­za oder Tsuki­ji zu fin­den, um zu Fuss zum Markt zu gelan­gen. Vie­le machen die Nacht ganz ein­fach durch. Die­se Leu­te kön­nen es sich bei­spiels­wei­se im Man­ga- und Inter­net-Café Com Com Man­ga Café (104‑0061 Tokyo Chuo-ku Gin­za 4 – 14 – 8) gemüt­lich machen. An der Har­umi-Stras­se gibt es aus­ser­dem das 24 Stun­den geöff­ne­te Fami­ly Restau­rant Jonathan’s. Eine wei­te­re Alter­na­ti­ve sind die stets geöff­ne­ten Karao­ke-Boxen, wo man sin­gend die Zeit ver­trei­ben kann. 

5) Tipps für die bes­te Sicht bei der Auktion

Für die Thun­fisch-Auk­ti­on gibt es eini­ge Tipps zu beach­ten. Wer an einem guten Orten ste­hen möch­te, um zu fil­men oder zu foto­gra­fie­ren, der soll­te im War­te­zim­mer in der Nähe der Aus­gangs­tür zu den Auk­ti­ons­hal­len anste­hen. So reiht man sich ganz zuvor­derst in der Grup­pe ein und fin­det somit in der Auk­ti­ons­hal­le im vor­de­ren Teil (bzw. auf der rech­te Sei­te) des Zuschau­er­be­reichs (ein lang gezo­ge­ner Gang) einen Ste­ph­platz. Hier ist man ganz nahe an der Auk­ti­on dran. Bei 60 Leu­ten soll­ten aber alle eine mehr oder weni­ger gute Sicht haben. Es fin­den aus­ser­dem meh­re­re Auk­tio­nen gleich­zei­tig statt.

Foto: Asi­en­spie­gelBes­te Sich auf den Fisch und die Auktion.

6) Ende / Besuch des Fischmarkts

Nach nur 25 Minu­ten ist das Spek­t­ak­tel zu Ende. Die zustän­di­gen Per­so­nen ken­nen hier kei­ne Aus­nah­me. Man wird unver­züg­lich zum Aus­gang gebe­ten. Danach emp­feh­le ich ein Gang zum Inne­ren und Äus­se­ren Markt und natür­lich ein Sushi-Früh­stück. Wer zu die­sem Zeit­punkt noch die Kraft und Geduld hat, noch ein­mal anzu­ste­hen, der geht zum bekann­tes­ten Sushi-Restau­rant, das Sushi-Dai (inzwi­schen sehr tou­ris­tisch, hier gilt zudem: cash-only). Es gibt dane­ben aber auch zahl­rei­che ande­re gute Restau­rants mit fri­schem Fisch.

Foto: Asi­en­spie­gelAuf dem Marktgelände.

7) Auf­fäl­lig­kei­ten

Es ist übri­gens so, dass fast nur west­li­che Tou­ris­ten die Auk­ti­on besu­chen. Japa­ner fin­det man dort kaum. Vie­le Japa­ner ver­ste­hen nicht, was so spek­ta­ku­lär an einer sol­chen Auk­ti­on sein soll. So nor­mal ist dies. Die Fisch­auk­ti­on ist aus­ser­dem eine rei­ne Män­ner­sa­che. Bie­ten­de Frau­en habe ich nicht gesehen.

Foto: Asi­en­spie­gelEssen im Tsukiji-Fischmarkt.

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