Foto: cyber​dy​ne​.jpEin Robo­ter­an­zug von Cyberdyne.

Stel­len Sie sich vor: Nach einem lan­gen Flug tref­fen Sie in den Flu­ren des Flug­ha­fens auf Ange­stell­te, die mit Hil­fe von cybor­gar­ti­gen Robo­ter­an­zü­gen schwe­re Las­ten heben. Gleich­zei­tig trans­por­tiert ein unbe­mann­ter fah­ren­der Robo­ter den Pas­sa­gier das Gepäck. Und in einer ande­ren Ecke wischt ein Hoch­leis­tungs-Staub­sauger­ro­bo­ter unab­läs­sig den Boden. Die­se Robo­ter­vi­si­on wird in Hane­da schon bald Realität.

Die von Pro­fes­sor Yoshiyu­ki San­kai gegrün­de­te Fir­ma Cyber­dy­ne, die all die­se futu­ris­ti­sche Gerät ent­wi­ckelt und her­stellt (Asi­en­spie­gel berich­te­te), hat mit dem Flug­ha­fen­be­trei­ber des Tokio­ter Stadt­flug­ha­fens ein ent­spre­chen­des Abkom­men unter­zeich­net. Dem­nach erhält Hane­da von Cyber­dy­ne für den Anfang rund 11 Stück die­ser drei Robo­ter­ty­pen, wie die Nik­kei Shim­bun berich­tet. Die­se wer­den im Flug­ha­fen­be­reich ein­ge­setzt und getestet.

Lösung für die Überalterung

Die­se Erfah­run­gen sol­len dem Flug­ha­fen­be­trieb Unter­stüt­zung bie­ten und Cyber­dy­ne wert­vol­les Wis­sen für die Wei­ter­ent­wick­lung lie­fern. Gleich­zei­tig darf die Fir­ma für ihre Pro­duk­te im Flug­ha­fen wer­ben. Unter­stützt wird die­ses Pro­jekt von der Regie­rung, die ver­stärkt in Japans Robo­t­er­bran­che inves­tiert (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

In einem Land, in dem 26 Pro­zent der Bevöl­ke­rung bereits über 65 Jah­re alt ist, wer­den Robo­ter als idea­le Hilfs­kraft ange­se­hen (Asi­en­spie­gel berich­te­te), qua­si ein Ersatz für den feh­len­den Nachwuchs.

Der Flug­ha­fen als Experimentierfeld

Für Cyber­dy­ne sei der Flug­ha­fen ein geeig­ne­ter Test­ort, da die­ser wie eine klei­ne Stadt funk­tio­nie­re. Die gewon­ne­nen Erfah­run­gen könn­ten spä­ter in die Dör­fer und Städ­te über­tra­gen werden.

Das Vor­zei­ge­ob­jekt von Cyber­dy­ne ist zwei­fel­los der Robot Suit HAL, den es inzwi­schen in ver­schie­de­nen Ver­sio­nen gibt. Der am Kör­per anlie­gen­de Robo­ter­an­zug wur­de ent­wi­ckelt, um den Rücken-, Hüft- und Bein­be­reich beim Tra­gen schwe­rer Gerä­te zu ent­las­ten und um Per­so­nen mit Kör­per­be­hin­de­run­gen zu assis­tie­ren. Anhand von Sen­so­ren, wel­che die Ner­ven­si­gna­le mes­sen, unter­stützt der Anzug mit sei­nen künst­li­chen Glied­mas­sen die Bewe­gung der Muskeln.

Bereits heu­te kommt HAL in Spi­tä­lern und Senio­ren­hei­men zum Ein­satz. In der Bank Sumi­to­mo Mit­sui hilft er den Ange­stell­ten beim Heben von Bar­geld. Auch den Ret­tungs­ar­bei­ters in Fuku­shi­ma bot Cyber­dy­ne einen ent­spre­chen­den Anzug an (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Nun soll der Flug­ha­fen zum nächs­ten Anwen­dungs­feld werden.

Ein idea­les Schaufenster

Dar­über­hin­aus ist der Flug­ha­fen das idea­le Schau­fens­ter für die Prä­sen­ta­ti­on japa­ni­scher Neu­ent­wick­lun­gen. Cyber­dy­ne ist nicht die ers­te Fir­ma, die sich dies zunut­ze macht. Auch Toi­let­ten­her­stel­ler Toto hat im Flug­ha­fen Nari­ta inzwi­schen einen Show­room ein­ge­rich­tet, um sei­ne High­tech-Toi­let­ten den aus­län­di­schen Tou­ris­ten prä­sen­tie­ren zu kön­nen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).