Tokio – 2020-Logo: ein Plagiat?

Bild: Stu­dio DebieEin visu­el­ler Ver­gleich von Oli­vi­er Debie, dem Desi­gner des Thea­ter-Logos von Lièges.

Das Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee der Som­mer­spie­le 2020 hat­te es in den letz­ten Mona­ten nicht ein­fach. Gleich die gesam­te Pla­nung für das futu­ris­ti­sche Sta­di­on Star­ar­chi­tek­ting Zaha Hadid wur­de gestri­chen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe befand es für zu teu­er. Fünf Jah­re vor den Spie­len fängt die Pla­nungs­pha­se für das Olym­pia­sta­di­on nun von Neu­em an.

Letz­te Woche bot sich end­lich die Gele­gen­heit, die Kon­tro­ver­se in den Hin­ter­grund rücken zu las­sen. Das Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee stell­te in einer Zere­mo­nie das off­zi­el­le Logo für 2020 vor, das vom preis­ge­krön­ten japa­ni­schen Desi­gner Ken­ji­ro Sano ent­wor­fen wurde.

Zu sehen ist ein sti­li­sier­tes T, das für die Begrif­fe «Tokyo», «Tomor­row» und «Team» ste­hen soll. Die schwar­ze Far­be der senk­rech­ten Säu­le ver­kör­pert die Diver­si­tät und der Punkt eine offe­ne Welt, in der jeder jeden akzep­tie­re. Die rote Far­be des Punk­tes ste­hen zudem für die Kraft des Herz­schlags und die japa­ni­sche Flag­ge. Die gol­de­ne und sil­ber­ne Far­be reprä­sen­tie­ren der­weil die klas­si­sche japa­ni­sche Ästhe­tik. In sei­ner Gesamt­heit soll die Ein­heit der Spie­le betont betont wer­den; viel Sym­bo­lik also. 

Die ers­ten Reaktionen

Mit der Prä­sen­ta­ti­on folg­ten sogleich die ers­ten kri­ti­schen Kom­men­ta­re, wie es bei neu­en Designs so üblich ist. Das Wired-Maga­zin beschrieb das Logo als ein «ver­wir­ren­des geo­me­tri­sches Chaos».

«‹Ziem­lich ordent­lich› oder ‹ein­fach schreck­lich›?» rich­te­te BBC die Fra­ge gleich an die Leser. In einer Umfra­ge des Wall Street Jour­nal miss­fiel einer Mehr­heit von 56 Pro­zent das Logo-Design. 

Die ver­blüf­fen­de Ähnlichkeit

Über den Geschmack lässt sich bekannt­lich strei­ten. Doch die Pres­se und die sozia­len Medi­en in Japan beschäf­tig­ten sich inzwi­schen mit einer wei­te­ren Fra­ge. Für vie­le weist das Logo eine auf­fal­len­de Ähn­lich­keit mit dem des Théât­re de Liège in Bel­gi­en aif. Auf Twit­ter wer­den die Logos in zahl­rei­chen Posts inzwi­schen mit­ein­an­der verglichen.

Der Ver­gleich:

Selbst der Desi­gner Théât­re de Liège-Logos, der 52-jäh­ri­ge Desi­gner Oli­vi­er Debie, hat sich inzwi­schen ein­ge­schal­tet. Über sei­ne Face­book-Sei­te brach­te er sei­ne Über­ra­schung zum Aus­druck und stell­te gleich noch ein paar visu­el­le Ver­glei­che online (sie­he unten). 

Ob Zufall oder Pla­gi­at, die­ser Fra­ge geht der 52-Jäh­ri­ge nun laut 47 News mit sei­nem Anwalt nach. Noch in die­ser Woche wer­de man einen Ent­scheid über das wei­te­re Vor­ge­hen fällen.

Der Desi­gner Oli­vi­er Debie hat gleich selbst einen visu­el­len Ver­gleich angestellt:

Dar­über hin­aus wur­de ein ande­res ähn­li­ches Logo gefun­den, das von einem spa­ni­schen Desi­gner als Spen­den­auf­ruf nach dem ver­hee­ren­den Tsu­na­mi 2011 ent­wor­fen wur­de (sie­he ganz rechts im Tweet unten). Dabei fällt auf, dass das Tokio-2020-Logo die­sel­be Farb­ge­bung und ähn­li­che Mus­ter verwendet. 

Das Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee in Tokio zeigt sich der­weil unbe­sorgt. Man habe das Logo im ver­gan­ge­nen Novem­ber aus 104 ein­ge­reich­ten Wer­ken aus­ge­wählt und danach gründ­lich prü­fen und einen Antrag für einen inter­na­tio­na­len Mar­ken­schutz ein­ge­reicht, heisst es laut NHK News. Das IOK sieht auch kein Pro­blem. Es kom­me immer wie­der vor, dass ein Logo einem ande­ren glei­che. Tat­säch­lich stellt sich die Fra­ge, wann bei einem Design ein Pla­gi­at anfängt? So sieht bei­spiels­wei­se auch ein Logo von Oli­vi­er Debie aus dem Jahr 2014 dem viel älte­ren Logo der Gin­za Gra­phic Gal­le­ry äus­serst ähnlich.

Desi­gner Ken­ji­ro Sano hat über sei­ne per­sön­li­che Web­site kurz ver­lau­ten las­sen, dass er von den ande­ren Logos nichts gewusst habe. Er habe sich ledig­lich an das Logo-Design der Spie­le 1964 in Tokyo gerichtet. 

Es ist zu hof­fen, dass Tokio nach dem Sta­di­on nicht auch noch das Logo neu ent­wer­fen muss.

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