Japan fährt wie­der hoch

Foto: wikimedia/​KEIDas AKW Sen­dai in der Prä­fek­tur Kagoshima.

Im Sep­tem­ber 2013 wur­de in Japan der letz­te akti­ve Atom­re­ak­tor her­un­ter­ge­fah­ren (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Fast zwei Jah­re hat der «AKW-Null-Zustand» ange­dau­ert. Nun aber fährt Kyus­hu Elec­tric Power den Reak­tor 1 im AKW Sen­dai auf der Süd­in­sel Kyus­hu wie­der hoch, wie NHK News berich­tet. Ab Frei­tag die­ser Woche wird er wie­der Strom gene­rie­ren. Bis Sep­tem­ber soll die maxi­ma­le Kapa­zi­tät erreicht werden.

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Es ist der ers­te Reak­tor, der von der Nuklea­ren Regu­lie­rungs­be­hör­de (NRA) das OK erhal­ten hat. Damit erfüllt er die neu­en, stren­ge­ren Sicher­heits­an­for­de­run­gen, die man nach der Kata­stro­phe im AKW Fuku­shi­ma ange­passt hat­te. Die 11 Strom­pro­du­zen­ten haben gemäss einer Schät­zung der Asahi Shim­bun in den ver­gan­ge­nen Jah­ren 2,4 Bil­lio­nen Yen (17,4 Mia Euro) in die erfor­der­li­chen Sicher­heits­mass­nah­men inves­tiert, in der Hoff­nung, ihre Reak­to­ren der­einst wie­der ans Netz brin­gen zu kön­nen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Das Ver­trau­en ist weg

Das Ver­trau­en der Bevöl­ke­rung haben die Strom­pro­du­zen­ten und die Regie­rung damit aber nicht zurück­ge­won­nen. Zu schwer las­tet das Erbe von Fuku­shi­ma und die damit ver­bun­de­nen Unsi­cher­hei­ten. Laut einer lan­des­wei­ten Umfra­ge der Mai­ni­chi Shim­bun sind 57 Pro­zent der Befrag­ten gegen ein Wie­der­hoch­fah­ren des Reak­tors im AKW Sen­dai. Ledig­lich 30 Pro­zent sind dafür.

Vie­le Anwoh­ner und Exper­ten haben zudem wie­der­holt dar­auf ver­wie­sen, dass das AKW Sen­dai bei einem nahen Vul­kan­aus­bruch Scha­den neh­men könn­te (Asi­en­spie­gel berich­te­te) und die Sicher­heits­mass­nah­men ins­ge­samt unge­nü­gend sei­en. Ein Gericht hat eine ent­spre­chen­de Kla­ge jedoch zurückgewiesen.

Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe for­dert der­weil schon lan­ge die Wie­der­in­be­trieb­nah­me der Atom­re­ak­to­ren, sofern sie die Sicher­heits­prü­fung der NRA bestan­den haben. Nur so kön­ne Japan sei­en Abhän­gig­keit von teu­ren Gas- und Ölim­por­ten für Wär­me­kraft­wer­ke redu­zie­ren und die Wirt­schaft wie­der kon­kur­renz­fä­hig machen. Geht es nach der Regie­rung soll die Atom­ener­gie bis 2030 mehr als 20 Pro­zent der Ener­gie­nach­fra­ge des Lan­des decken. Vor Fuku­shi­ma waren es 30 Prozent.

Wei­te­re Reak­to­ren wer­den folgen

Für 25 der 43 kom­mer­zi­el­len AKW-Reak­to­ren lau­fen der­zeit die Sicher­heits­tests. Die­se befin­den sich in ins­ge­samt 15 AKW-Anla­gen. Bis­lang haben 5 Reak­to­ren die grund­sätz­li­che Zustim­mung der NRA erhal­ten. Im Fal­le des AKW Taka­ha­ma in der Prä­fek­tur Fukui hat ein Gericht ein Wie­der­hoch­fah­ren fürs Ers­te ver­hin­dert (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Trotz die­ses Erfolgs vor Gericht fürch­tet die Anti-AKW-Bewe­gung, dass mit dem Wie­der­hoch­fah­ren des AKW Sen­dai das Tor für die Rück­kehr der Atom­ener­gie im gan­zen Land nun weit auf­ge­stos­sen wurde.

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