Man­ga als Tourismusmotor

Screen­shot: sho​-comi​.tames​hiyo​.me/Das Cover der neu­en Serie, die in Kushiro spielt.

Kushiro ist eine Gross­stadt an der Ost­küs­te der Nord­in­sel Hok­kai­do. Es ist mit 183’000 Ein­woh­nern der gröss­te Ort in die­ser sonst sehr länd­li­chen Gegend. Die Stadt hat sich seit der Mei­ji-Zeit als Hafen- und Fische­rei­stadt eta­bliert mit dem Vor­teil, dass hier das Meer auch wäh­rend der kal­ten Win­ter­zeit nicht ver­eist. Mit einem Natio­nal­park, dem See Akan und dem Kushiro-Moor bie­tet die Regi­on zudem vie­le natür­li­che Sehenswürdigkeiten.

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Doch wie lockt man die Tou­ris­ten in die­se abge­le­ge­ne Stadt auf Hok­kai­do? Und wie macht man den Ort bei den jun­gen Men­schen in Japan bekann­ter? Vor die­sen Fra­gen stand man in Kushiro. Die Ant­wort dar­auf ist Man­ga. Mit der im Comic-Maga­zin Sho-Comi publi­zier­ten, in Kushiro spie­len­den Man­ga-Serie 9: Kimi ga iru machi de koi o shi­ta («Ich habe mich in dei­ne Stadt ver­liebt) setzt Kushiro auf eine unge­wöhn­li­che Wer­be­kam­pa­gne, deren Pro­duk­ti­on gemäss Hok­kai­do Shim­bun vom Staat mit 12 Mil­lio­nen Yen (90’000 Euro) finan­ziert wird.

Mög­lich macht dies ein staat­li­ches Sub­ven­ti­ons­pro­gramm, das gegrün­det wur­de, um den länd­li­chen Gegen­den Mög­lich­kei­ten zur Bele­bung der Wirt­schaft zu bie­ten. Dabei spielt der Tou­ris­mus beim aktu­el­len Boom eine wich­ti­ge Rol­le (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Foto: wikimedia/​SEle­fantDie Nusa­mai-Brü­cke in Kushiro.

Base­ball, High­school und eine Stadt

Das Maga­zon Sho-Comi mit einer Auf­la­ge rich­tet sich spe­zi­fisch an High­school-Schü­le­rin­nen und wird zwei­mal monat­lich mit einer Auf­la­ge von 138’000 Stück publi­ziert. Und ent­spre­chend liest sich die von Hisa Kyo­ma­chi geschrie­be­nen Hand­lung von 9: Kimi ga iru machi de koi o shi­ta.

In der Haupt­rol­le ist ein jun­ges Base­ball-Talent, das nach Kushiro zieht und dort den High­school-Base­ball­ver­ein zur neu­en Blü­te führt. Die Hand­lung ist gespickt mit zahl­rei­chen bekann­ten Sze­ne­ri­en aus Kushiro wie die Nusamai-Brücke.

Bekann­te Vorbilder

Dass die Rech­nung für Kushiro auf­ge­hen könn­te, zei­gen vie­le Bei­spie­le aus der Ver­gan­gen­heit. Man­ga- und Ani­me-Geschich­ten haben schon zahl­rei­che unbe­kann­te Orte in tou­ris­ti­sche Sehens­wür­dig­kei­ten verwandelt.

So sorg­te die Ani­me-Serie Slam Dunk, dass sich ein Bahn­über­gang in Kama­ku­ra zur Pil­ger­stät­te ver­wan­delt hat (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Ähn­li­ches erlebt Iwa­mi am Japa­ni­schen Meer. Der klei­ne Ort ist die Hand­lungs­stät­te der Ani­me-Fern­seh­se­rie Free! (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

In der Prä­fek­tur Tot­to­ri tra­gen die Flug­hä­fen die Namen berühm­ter Man­ga-Figu­ren (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Und selbst seriö­se Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gnen wer­den in Japan ger­ne im Comic­stil illus­triert (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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