Eine neue Sta­tue für Hachiko

Foto: Asi­en­spie­gelHachi­ko in Shibuya.

Die Sta­tue des treu­en Hun­des Hachi­ko vor dem Bahn­hof Shi­bu­ya ist ein Wahr­zei­chen und belieb­ter Treff­punkt in Tokio (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Sei­ne bewe­gen­de Geschick­te ist spä­tes­tens seit der Hol­ly­wood-Ver­fil­mung mit Richard Gere auch im Wes­ten ein Begriff.

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Der Aki­ta-Hund Hachi­ko beglei­te­te in den 1920er-Jah­ren jeden Mor­gen sein Herr­chen, Pro­fes­sor Hides­a­bu­ro Ueno, zum Bahn­hof Shi­bu­ya, wo die­ser den Zug zu sei­ner Arbeit an der Kai­ser­li­chen Uni­ver­si­tät Tokio bestieg. Als der Pro­fes­sor am Abend nach Hau­se zurück­kehr­te, emp­fing ihn Hachi­ko jeweils vol­ler Vor­freu­de am Bahnhof.

1925 ver­starb Pro­fes­sor Ueno wäh­rend der Arbeit uner­war­tet an einer Hirn­blu­tung. Unver­dros­sen kam Hachi­ko in den fol­gen­den neun Jah­ren jeden Tag zum Bahn­hof Shi­bu­ya, wo er ver­geb­lich auf sein Herr­chen war­te­te. Hachi­ko wur­de schnell zu einer Berühmt­heit in Shi­bu­ya. Die Asahi Shim­bun wid­me­te ihm 1932 einen Arti­kel. Bahn­hofs­an­ge­stell­te und Pend­ler küm­mer­ten sich um den her­ren­lo­sen Hund bis die­ser am 8. März 1935 starb. Hachi­ko wur­de end­gül­tig zum Inbe­griff für ewi­ge Treue.

Ein Denk­mal zu Lebzeiten

Dass man die­se Geschich­te bis heu­te so gut kennt, ist zwei­fel­los der Sta­tue in Shi­bu­ya zu ver­dan­ken. Doch die eben­so fas­zi­nie­ren­de Geschich­te hin­ter der Ent­ste­hung die­ses Kunst­werks und des­sen Künst­ler ist nur weni­gen bekannt.

Bereits zu Leb­zei­ten Hachi­kos ent­stand die ers­te Bron­ze­sta­tue, die 1934 vor dem Bahn­hof Shi­bu­ya errich­tet wur­de. Skulp­teur Teru Ando hat­te den noch leben­den Hachi­ko mit eige­nen Augen gese­hen und ent­spre­chend ori­gi­nal­ge­treu stell­te er ihn dar. Er nahm ihn damals gar in sein Ate­lier mit.

Ando fiel auf, dass Hachi­kos lin­kes Ohr als Fol­ge eines Bis­ses eines ande­ren Hun­des nach unten gebo­gen war. Und weil Hachi­ko damals schon alt war, liess er den Schwanz auf­fäl­lig stark bau­meln. Die­se bei­den Ele­men­te inte­grier­te Ando ele­gant in die Sta­tue des sit­zen­den, war­ten­den Hachi­kos, der allen bekannt ist.

Hachi­kos Wiederauferstehung

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de die­se Sta­tue für die Kriegs­in­dus­trie ein­ge­schmol­zen. Teru Ando selbst starb bei einem US-Bom­ben­an­griff im letz­ten Kriegs­jahr. Es war an Take­shi Ando, eben­falls Skulp­teur, eine neue Hachi­ko-Sta­tue für Shi­bu­ya zu erschaf­fen. 1948 ent­stand eine ori­gi­nal­ge­treue Nach­bil­dung, die bis heu­te in Shi­bu­ya steht.

Jahr­zehn­te­lang lehn­te Take­shi Ando wei­te­re Auf­trags­an­ge­bo­te für eine neue Hachi­ko-Skult­ptur ab, wie er der Sank­ei Shim­bun in einem Inter­view erklär­te. Die Ver­si­on in Shi­bu­ya sei aus­rei­chend, beton­te er wiederholt.

Eine neue Statue

Doch nun, 67 Jah­re nach der Ein­wei­hung, hat offen­bar ein Umden­ken statt­ge­fun­den. Der heu­te 92-jäh­ri­ge Skulp­teur, der Hachi­ko eben­falls als Kind gese­hen hat­te, arbei­tet der­zeit an einer neu­en Skulp­tur des loya­len Aki­ta-Hun­des, in Geden­ken an des­sen Tod vor 80 Jah­ren. Die­ses Mal wird es ein ste­hen­der Hachi­ko wer­den mit zwei auf­rech­ten Ohren und einem typisch ein­ge­roll­ten Schwanz eines Aki­ta-Hun­des, wie die Yomi­uri Shim­bun berichtet.

Damit will er einen Wunsch sei­nes Vaters Teru Ando erfül­len. Denn die­ser soll sich nie ganz sicher gewe­sen sein, ob er mit Hachi­kos rea­lis­ti­scher Dar­stel­lung den rich­ti­gen Ent­scheid getrof­fen hat­te. Take­shi Andos möch­te die neue Hachi­ko-Skulp­tur bis Dezem­ber been­det haben. Wo die­ses Kunst­werk ste­hen wird, ist noch nicht bekannt.

Hachi­kos Wiedersehen

Übri­gens gibt es bereits heu­te in Tokio eine neue, zwei­te pro­mi­nen­te Hachi­ko-Sta­tue. Auf dem Cam­pus der Agrar­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Tokio ist Hachi­ko seit März zu sehen, wie er sein Herr­chen, Pro­fes­sor Hides­a­bu­ro Ueno, freu­dig begrüsst (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Es ist ein sym­bo­li­sches Wie­der­se­hen 80 Jah­re nach dem Tod des Hun­des und soll zur Abwechs­lung an die guten Zei­ten die­ser berüh­ren­den Geschich­te erinnern.

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