Die heim­li­chen Ersparnisse

Foto: flickr/​jessleecuizonEine Braut in Japan.

Bis heu­te gilt in vie­len japa­ni­schen Fami­li­en: der Ehe­mann geht arbei­ten und die Ehe­frau küm­mert sich um den Haus­halt und die Erzie­hung der Kin­der. Dar­über hin­aus ver­wal­tet sie das Geld. Sie erstellt das Bud­get, gibt dem Mann ein Taschen­geld (Asi­en­spie­gel berich­te­te) und legt Fami­li­en­er­spar­nis­se an.

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Dane­ben gibt es, wie immer im Leben, auch eine undurch­sich­ti­ge Sei­te. So ist es kein Geheim­nis, dass Ehe­part­ner auch heim­lich spa­ren, auf Japa­nisch Hes­o­ku­ri genannt. Nicht sel­ten han­delt es sich dabei um ver­steck­tes Bar­geld, um mög­lichst kei­ne Spu­ren zu hinterlassen.

Gemäss einer aktu­el­len Sta­tis­tik der Mei­ji Yas­u­da Life Insuran­ce, bei der 1600 ver­hei­ra­te­te Per­so­nen befragt wur­den, legt die japa­ni­sche Ehe­frau in einem Jahr durch­schnitt­lich 1’268’446 Yen (9624 Euro) heim­lich zur Sei­te, wie Jiji News berich­tet. Beim Ehe­mann sind es aktu­ell 589’058 Yen (4469 Euro).

Die Ursa­chen

Die­ses Ungleich­ge­wicht erklärt, wes­halb man den Begriff Hes­o­ku­ri in der Regel mit der Ehe­frau asso­zi­iert. Mit die­sen heim­li­chen Erspar­nis­sen wer­den gewöhn­lich meh­re­re Zie­le ver­folgt. Die einen pfle­gen Hes­o­ku­ri, um in schwie­ri­gen Zei­ten, für Not­fäl­le oder fürs Ren­ten­al­ter einen Not­gro­schen für sich und die Fami­lie zu haben. Ande­re wie­der­um sehen dar­in ein Taschen­geld, um sich hin und wie­der etwas Eige­nes leis­ten zu können.

Der wohl viel wich­ti­ge­re Grund ist jedoch das japa­ni­sche Ehe­recht, dass den Besitz eines gemein­sa­men Bank­kon­tos nicht erlaubt und somit gewöhn­lich der arbei­ten­de Ehe­mann bevor­teilt wird. Die nicht erwerbs­tä­ti­gen Ehe­frau­en ver­wal­ten somit ein Fami­li­en­kon­to, das auf den Ehe­mann lau­tet. Das hat zur Fol­ge, dass die Frau nach einer Schei­dung nicht sel­ten ohne Geld dasteht. Und so ist Hes­o­ku­ri für die Ehe­frau vor allem eine wich­ti­ge Form der finan­zi­el­len Absicherung.

Zunah­me der DINKS

In die­sem Sin­ne ist Hes­o­ku­ri eine direk­te Fol­ge der tra­di­tio­nel­len japa­ni­schen Fami­li­en­struk­tur sowie des Ehe­rechts. Die­ses Phä­no­men könn­te in Zukunft jedoch an Bedeu­tung ver­lie­ren. Denn in Japan wer­den die Sin­gle-Haus­hal­te (Asi­en­spie­gel berich­te­te) sowie die Dop­pel­ver­die­ner-Ehe­paa­re immer zahl­rei­cher (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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