Chi­u­ne Sugiha­ra: Japans Schindler

Foto: wiki­me­diaChi­u­ne Sugiha­ra (1900 – 1986).

70 Jah­re nach Kriegs­en­de erhält der 1986 ver­stor­be­ne Chi­u­ne Sugiha­ra in sei­ner Hei­mat Japan all­mäh­lich die brei­te Aner­ken­nung, ihm lan­ge ver­wehrt wur­de. So ist die Geschich­te des ehe­ma­li­gen Diplo­ma­ten, den man ger­ne als den «Schind­ler Japans» bezeich­net, ver­filmt wor­den. Am 5. Dezem­ber war in Japan Premiere.

Sugiha­ra arbei­te­te 1940 als Vize­kon­sul in der japa­ni­schen Bot­schaft der Stadt Kau­nas in Litau­en. Als im Juni jenes Jah­res die Sowjet­uni­on Litau­en besetz­te, such­ten Tau­sen­de von Juden aus Litau­en und dem eben­falls von Deutsch­land und der Sowjet­uni­on besetz­ten Polen eine Aus­rei­se­mög­lich­keit. Sugiha­ra war bereit zu hel­fen, indem er unzäh­li­ge Tran­si­vi­sa aus­stell­te, die es den Juden ermög­lich­te über Japan in einen Dritt­staat zu flüchten.

Die Rei­se mit der Trans­si­bi­ri­schen Bahn durch Russ­land war eben­falls nur mög­lich, weil Sugiha­ra mit den sowje­ti­schen Zustän­di­gen eine ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung zur Durch­rei­se aus­han­del­te. Zu einem weit über­höh­ten Preis erhiel­ten die Aus­rei­sen­den Fahr­schei­ne. Mit sei­ner Akti­on wider­setz­te er sich mutig den Anord­nun­gen des Aus­sen­mi­nis­te­ri­ums, das die Aus­stel­lung eines Tran­sit­vi­sums nur erlaub­te, falls die Per­son über ein Visum des Ziel­lan­des und über genü­gend finan­zi­el­le Mit­tel verfügte.

Min­des­tens 6000 Leben gerettet

Sugiha­ra beach­te­te kei­ne die­ser Anord­nun­gen. In nur weni­gen Mona­ten bis zur Schlies­sung des Kon­su­lats im Sep­tem­ber 1945 soll Sugiha­ra 2139 hand­ge­schrie­be­ne Visa aus­ge­stellt haben. Exper­ten ver­mu­ten, dass er am Ende rund 6000 Leben ret­ten konn­te, da es sich teil­wei­se auch um Fami­li­en­vi­sa handelte.

Die meis­ten Flücht­lin­ge reis­ten zumeist mit dem Zug durch die Sowjet­uni­on und anschlies­send mit dem Schiff nach Kobe. Von dort aus ging es wei­ter in die USA, Paläs­ti­na oder Süd­ame­ri­ka. Ein Gross­teil der Flücht­lin­ge wur­de von den Japa­nern zudem nach Shang­hai depor­tiert, wo es bereits eine jüdi­sche Gemein­de gab.

Die Zeit nach dem Krieg

Sugiha­ra selbst wur­de wäh­rend des Krie­ges nach Prag, Königs­berg und Buka­rest ent­sandt. Nach dem Krieg geriet er für 18 Mona­te in sowje­ti­sche Kriegs­ge­fan­gen­schaft bevor er nach Japan heim­kehr­te. 1947 been­de­te er sei­ne Tätig­keit als Diplo­mat, offi­zi­ell wegen Bud­get­kür­zun­gen im Aus­sen­mi­nis­te­ri­um. Ob sei­ne Akti­on in Litau­en eine Rol­le spiel­te, bleibt unklar. Spä­ter heu­er­te er bei einer Han­dels­fir­ma an. Wegen sei­ner Rus­sisch­kennt­nis­se arbei­te­te er schliess­lich 16 Jah­re lang in der Sowjetunion.

Über sei­ne Taten ver­lor er lan­ge kein Wort bis ihn 1968 ein Über­le­ben­der auf­spü­ren konn­te. 1985 wur­de er als «Gerech­ter unter den Völ­kern» in der Holo­caust-Gedenk­stät­te Yad Vashem in Isra­el geehrt. Über die Moti­ve sei­ner Akti­on mein­te er ganz ein­fach, dass er die­sen Men­schen in Not hel­fen woll­te. Dar­an kön­ne nichts falsch sein.

Ein Film und ein UNESCO-Antrag

In Japan blieb Sugiha­ra Ret­tungs­ak­ti­on lan­ge unbe­kannt. Doch in den letz­ten Jah­ren hat sich viel getan. In Sugiha­ras Hei­mat­stadt Yao­tsu, in der Prä­fek­tur Gifu, wur­de dem ehe­ma­li­gen Diplo­ma­ten ein klei­nes Muse­um gewid­met, wo man Bei­spie­le sei­ner aus­ge­stell­ten Visa und ande­re Doku­men­te und Papie­re aus die­ser Zeit fin­den kann. Das japa­ni­sche UNESCO-Komi­tee hat inzwi­schen einen Antrag gestellt, die­se wich­ti­gen Doku­men­te ins UNESCO-Welt­do­ku­men­ten­er­be auf­neh­men zu las­sen. Ein Ent­scheid wird für 2017 erwartet.

Und der Film Per­so­na Non Gra­ta des ame­ri­ka­ni­sche Regis­seurs Cel­lin Gluck, der selbst einen jüdisch-ame­ri­ka­ni­schen Vater und eine japa­nisch-ame­ri­ka­ni­sche Mut­ter hat, soll nun eben­falls dazu bei­tra­gen, dass Sugiha­ras Taten einem grös­se­ren Publi­kum bekannt gemacht werden.

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