Die neue Visi­on für Tokio 2020

Bild: Japan Sport Coun­cilDer Vor­schlag A mit viel Grünflächen.

(Sie­he neu­es Update ganz unten) Im Juli die­ses Jah­res war das olym­pi­sche Deba­kel per­fekt. Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe strich das von der bri­ti­schen Star­ar­chi­tek­tin Zaha Hadid ent­wor­fe­ne Sta­di­on­pro­jekt für die Spie­le 2020 in Tokio (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Die Kos­ten waren mit bud­ge­tier­ten 252 Mil­li­ar­den Yen (1,8 Mia Euro) explo­diert. Aus­ser­dem wur­de die Kri­tik in der Bevöl­ke­rung immer lau­ter. Es sei über­di­men­sio­niert, zu futu­ris­tisch und pas­se nicht zur Umge­bung. Aus­ser­dem sei der Ent­scheid für Hadids Pro­jekt zu intrans­pa­rent gewesen.

Nun soll alles bes­ser wer­den. Zwi­schen Sep­tem­ber und Novem­ber konn­ten neue Ent­wür­fe für das neue Olym­pia­sta­di­on ein­ge­bracht wer­den. Zwei davon sind übrig geblie­ben. Der für das Pro­jekt zustän­di­ge Japan Sport Coun­cil nennt sie ganz schlicht Vor­schlag A und Vor­schlag B. Wel­che Archi­tek­tur­bü­ros und Bau­fir­men dahin­ter ste­cken, wird vor­erst nicht ent­hüllt. Es soll sich aber bei­den Pro­jek­ten um japa­ni­sche Bau­kon­zer­ne handeln.

Bild: Japan Sport Coun­cilVor­schlag B: Holz­säu­len und eine Anspie­lung auf das alte Nationalstadion.

Natur und Harmonie

Bei­de Vor­schlä­ge kom­men weit weni­ger impo­sant daher als Hadids Ent­wurf. Sie sol­len im Ein­klang mit der Natur ste­hen und bes­ser in die Umge­bung ein­ge­bet­tet wer­den, wie es heisst. Bei bei­den Struk­tu­ren kommt bei­spiels­wei­se auch Holz als Bau­ma­te­ri­al zur Anwen­dung. Aus­ser­dem hal­ten bei­de mit geplan­ten 149 Mil­li­ar­den Yen (1,1 Mia Euro) das geplan­te Bud­get von maxi­mal 155 Mil­li­ar­den Yen ein.

Pro­jekt A betont die Natur­ver­bun­den­heit mit viel Grün­flä­chen und Pflan­zen auf drei ver­schie­de­nen Sta­di­oneta­gen. Pro­jekt B trumpft der­weil mit 72 rie­si­gen Holz­säu­len auf den Aus­sen­sei­ten auf. Sei­ne Form ver­sprüht zudem den Charme des alten Olym­pia­sta­di­ons von 1964, das an sel­ber Stel­le im Mai 2015 abge­ris­sen wurde.

Die neue Offenheit

Der Japan Sport Coun­cil betont, dass es sich um tech­ni­sche Ent­wür­fe hand­le und es noch zu Ände­run­gen kom­men könn­te. Dass er aber die Fina­lis­ten bereits jetzt bekannt gibt, soll zur neu­en Offen­heit und Trans­pa­renz gehö­ren, die vie­len beim ers­ten, geschei­ter­ten Ent­scheid fehl­te. Nun lädt die Orga­ni­sa­ti­on die Bevöl­ke­rung sogar ein, ihre Mei­nung zu den Vor­schlä­gen zu äussern.

Ent­schei­dend wird letzt­end­lich die Bewer­tung eines Komi­tee von Exper­ten, Archi­tek­ten und Regie­rungs­mit­glie­dern sein. Die­ser Pro­zess soll nun zügig vor­an­schrei­ten, da man das Sta­di­on bereits im Novem­ber 2019 fer­tig gebaut haben möch­te. Damit soll die Dead­line des Inter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Komi­tees ein­ge­hal­ten wer­den, das bis zum Janu­ar 2020 eine Fer­tig­stel­lung ver­langt. Die Som­mer­spie­le wer­den vom 24. Juli bis zum 9. August 2020 stattfinden.

Update, 22. Dezem­ber 2015

Die Regie­rung hat sich für den Vor­schlag A ent­schie­den. Der zustän­di­ge Archi­tekt ist Ken­go Kuma. Beim Bau­un­ter­neh­men han­delt es sich um die Tai­sei Cor­po­ra­ti­on. Die Kos­ten belau­fen sich auf 1,23 Mil­li­ar­den Yen. Das Sta­di­on soll bis zum 30. Novem­ber 2019 fer­tig gebaut sein.

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