Kema­ri ist Japans ältes­ter Ball­sport. In der Hei­an-Zeit (794 – 1185) war das Spiel unter den Aris­to­kra­ten beson­ders popu­lär. Die Grund­re­geln sind ein­fach. In bun­ten, edlen Kimo­nos geklei­det stel­len sich vier Spie­ler im Kreis auf und ver­su­chen dabei mit ele­gan­ten Kicks den 150 Gramm leich­ten Ball aus Hirsch­le­der mög­lichst lan­ge in der Luft zu hal­ten. Die Ver­wen­dung von Hän­den oder Armen ist nicht erlaubt. Bei Kema­ri geht es dar­um gemein­sam zu bril­lie­ren. Eine geg­ne­ri­sche Mann­schaft und einen Ver­lie­rer gibt es nicht, der Team­ge­dan­ke steht im Zen­trum. Die Geüb­ten kicken sich den Ball meh­re­re Male zu, ohne ihn auf den Boden fall zu las­sen. Der Adel von damals brach­te es auf meh­re­re hun­dert Päs­se. Kema­ri wird bis heu­te in Kyo­to gespielt. Anfang Janu­ar fand vor gros­ser Kulis­se ein Neu­jahrs­spiel im ehr­wür­di­gen Shi­mo­ga­mo-Schrein statt, wie die Asahi Shim­bun berichtete. 

Die Urform von Kema­ri stammt aus Chi­na, wo es Cuju genannt wir. In der Asuka-Zeit (552 – 646) gelang­te es nach Japan, wo es sich zu einem eigen­stän­di­gen Spiel entwickelte.