Tsuki­jis letz­te Neujahrsauktion

Foto: Asi­en­spie­gelThun­fisch­auk­ti­on in Tsukiji.

An der ers­ten Auk­ti­on des Jah­res im legen­dä­ren Tokio­ter Fisch­markt Tsuki­ji ist Kiyo­shi Kimu­ra jeweils ganz vor­ne dabei. Zum fünf­ten Mal hin­ter­ein­an­der hat sich der Besit­zer der Sushi-Restau­rant­ket­te Sus­hiz­an­mai den teu­ers­ten Thun­fisch gesi­chert, wie NHK News berichtet.

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14 Mil­lio­nen Yen (110’000 Euro) blät­ter­te er am 5. Janu­ar 2016 für den 200 Kilo schwe­ren Fang hin. Das ist der fünf­höchs­te Preis in den ver­gan­ge­nen 10 Jah­ren, aber immer noch weit weni­ger als im Rekord­jahr 2013, als Kimu­ra sagen­haf­te 155,4 Mil­lio­nen Yen für einen Thun­fisch zu bezah­len bereit war (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Ein wei­te­res Mal stamm­te der Fang aus Oma am Nord­zip­fel der Haupt­in­sel Hons­hu. Deren Fischer sind berühmt für ihre tra­di­tio­nel­len Thunfisch-Fangmethoden.

Ende und Neuanfang

Doch in die­sem Jahr waren die­se Fak­ten Neben­sa­che. Denn zum aller­letz­ten Mal über­haupt fand die Neu­jahrs­auk­ti­on in Tsuki­ji statt. Der über 80-jäh­ri­ge Fisch­markt wird am 2. Novem­ber die­ses Jah­res sei­ne Tore end­gül­tig schlies­sen, um bereits am 7. Novem­ber im neu­en, moder­nen Fisch­markt in Toyo­su, 2,3 Kilo­me­ter süd­lich von Tsuki­ji, wei­ter­zu­ma­chen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Ent­spre­chend han­del­te es sich bei der Neu­jahrs­auk­ti­on um einen ers­ten klei­nen, emo­tio­na­len Abschied für die Händler.

Tsuki­ji ist in die Jah­re gekom­men. Die vier­tel­kreis­för­mi­ge Gebäu­de­ar­chi­tek­tur soll­te den Händ­lern eine mög­lichst gros­se Ver­kaufs­flä­che bie­ten, war die Idee der dama­li­gen Pla­ner. Heu­te ist die Infra­struk­tur ver­al­tet und platzt aus allen Näh­ten. Täg­lich sind bis zu 60’000 Men­schen in die­sem 23 Hekta­ren gros­sen Kom­plex beschäf­tigt, der Auk­ti­ons­hal­len, einen Fisch­markt für Gross­händ­ler und im äus­se­ren Bereich einen Markt für Pri­va­te bietet.

Mit dem glo­ba­len Boom des Sushi ist der his­to­ri­sche Ort in den letz­ten Jah­ren zudem zu einer Pil­ger­stät­te für aus­län­di­sche Tou­ris­ten gewor­den. Die täg­li­che Thun­fisch­auk­ti­on hat sich zu einem Besu­cher­ma­gne­ten ent­wi­ckelt (hier eine Anlei­tung zum Besuch der Thun­fisch­auk­ti­on) und der alter­wühr­di­ge Fisch­markt zu einem Must-See für die Fisch­lieb­ha­ber aus aller Welt geworden.

Mein Besuch in Tsukiji

Tsuki­ji ver­schwin­det nicht ganz

Ganz ver­schwin­den wird der Fisch­markt in Tsuki­ji jedoch nicht. Der äus­se­re Markt, der allen zugäng­lich ist und bis heu­te mit sei­nen engen Gäss­chen, unzäh­li­gen Stän­den und Restau­rants den Charme der Nach­kriegs­zeit ver­sprüht, wird erhal­ten blei­ben. Hier wird noch vor dem Umzug im Novem­ber sogar ein neu­er Kom­plex mit 61 Lebens­mit­tel­ge­schäf­ten für die Händ­ler ent­ste­hen. Die­ses Gebäu­de mit dem Namen Tsu­ji­ki Uoga­shi soll als neu­es Zen­trum des äus­se­ren Mark­tes dienen.

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