News aus Japan. Von Jan Knüsel.

In 25 Sekunden ausverkauft

Der Hayabusa-Shinkansen fährt ab 26. März 2016 bis nach Hokkaido. (Foto: flickr/ yisris)

Der Hayabusa-Shinkansen fährt ab 26. März 2016 bis nach Hokkaido. (Foto: flickr/ yisris)

Am 26. März schreibt der japanische Hochgeschwindigkeitszug ein neues Kapitel in seiner über 50-jährigen Erfolgsgeschichte. Dann wird der erste Shinkansen bis zur Nordinsel Hokkaido fahren. Somit werden 3 der 4 japanischen Hauptinseln Teil des Hochgeschwindigkeitsnetzes sein.

Entsprechend begehrt war die allerste Fahrt im Hayabusa 10 vom Bahnhof Shin-Hakodate-Hokuto auf Hokkaido bis in die Hauptstadt Tokio. Gerade mal 25 Sekunden dauerte es bis alle angebotenen Fahrkarten verkauft waren, wie die Nikkei Shimbun berichtete. Für die erste von Tokio kommende Fahrt dauerte es 30 Sekunden bis diese ausgebucht war.

In Hokkaido scheint die Vorfreude besonders gross zu sein. Hier standen einige Interessenten schon früh am Morgen vor den Bahnhöfen in Sapporo und Hakodate an, um eine der begehrten Shinkansen-Fahrkarten zu ergattern.

In 4 Stunden und 2 Minuten bis zur Nordinsel

Der Hokkaido-Shinkansen wird aus einer 10-Wagen-Komposition mit 731 Sitzen bestehen. Davon gehören 18 Sitze zur sogenannten Gran-Class, die Luxusklasse, die es bereits im Tohoku- und Hokuriku-Shinkansen gibt (Asienspiegel berichtete). Die Fahrt von Tokio bis nach Shin-Hakodate-Hokuto wird exakt 4 Stunden und 2 Minuten dauern. Damit wird die bisherige Fahrzeit um 1 Stunde unterboten. Pro Tag werden 10 Fahrten angeboten.

Die Regierung sowie Lokalpolitiker hoffen, dass die Reisezeit dereinst weniger als 4 Stunden dauern wird, um gegen die Airlines besser bestehen zu können (Asienspiegel berichtete). Der Zug wird ausserdem nicht ganz bis nach Hakodate, sondern in die Nachbarstadt Hokuto führen. Ein neuer Shuttle-Zug, der Hakodate Liner, wird die Passagiere schliesslich in 15 Minuten ins Zentrum der historischen Stadt bringen.

Die Anfänge in den 1970er-Jahren

Beim Hokkaido-Shinkansen handelt es sich streng betrachtet um eine 149 Kilometer lange Verlängerung der bereits existierenden Tohoku-Shinkansen-Strecke, die von Tokio bis nach Aomori am Nordzipfel der Hauptinsel Honshu führt. Die Planung einer Hochgeschwindigkeitsstrecke bis hoch zur Nordinsel nahm bereits 1973 ihren Anfang. Doch aus Geldmangel wurde der Bau des Hokkaido-Shinkansens, genau wie beim Hokuriku-Shinkansen (Asienspiegel berichtete), um Jahrzehnte verschoben.

Immerhin konnte das Herzstück dieser neuen Strecke bereits 1988 fertiggestellt werden. Der insgesamt 53,85 Kilometer lange Seikan-Tunnel, der die Hauptinsel Honshu mit Hokkaido unter dem Meer verbindet und heute rege von Passagier- wie von Frachtzügen genutzt wird, wurde schon damals so angelegt, dass auch die breiteren Shinkansen problemlos darin verkehren können.

Diese Voraussicht hat sich ausgezahlt. Als man 2005 mit dem Bau der Strecke zwischen Aomori und Hakodate anfing, war der teuerste und aufwendigste Tunnelabschnitt schon seit 17 Jahren vollendet.

Nun folgt der zweite Teilabschnitt

Mit der Eröffnung am 26. März 2016 wird erst die erste Phase vollendet sein. Denn die Hochgeschwindigkeitsstrecke wird bis nach Sapporo verlängert. Mit dem entsprechenden Bau der 212 Kilometer langen Strecke zwischen Hakodate und Hokkaidos Hauptstadt wurde 2012 begonnen. Die Betreiber hoffen, diesen letzten Abschnitt bis 2030 eröffnen zu können. Dann wird es mit dem Shinkansen voraussichtlich knapp 5 Stunden von Tokio nach Sapporo dauern.

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