Japans Unter­welt

Foto: flickr/​Colin and Sarah Nor­thwayGanz­kör­per-Tat­toos sind ein typi­sche Sym­bo­le für eine Yakuza-Mitgliedschaft.

In Japan nennt man sie offi­zi­ell «gewalt­tä­ti­ge Grup­pen». Sie sel­ber bezeich­nen sich lie­ber als «ehren­haf­te Grup­pen». Bes­ser bekannt sind sie unter dem Begriff Yaku­za, die japa­ni­sche Mafia. Ihre gros­se Stun­de schlug nach dem Zwei­ten Welt­krieg, als sie im Cha­os der ers­ten Nach­kriegs­jah­re loka­le Schutz­funk­tio­nen über­nah­men. Bis in die 60er-Jah­re wuch­sen sie auf über 180’000 Mit­glie­der an.

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Schutz­gel­der, Erpres­sun­gen, Dro­gen­han­del, Finanz­be­trug, Geld­wä­sche­rei oder die Ver­mitt­lung von ille­ga­len Arbei­tern in der Bau- und Unter­hal­tungs­in­dus­trie gehö­ren zu ihren Ein­nah­me­quel­len. Im Gegen­satz zu ande­ren kri­mi­nel­len Grup­pie­run­gen im Aus­land agiert die Yaku­za nicht voll­stän­dig im Dun­keln. Die ver­schie­de­nen sich kon­kur­ren­zie­ren­den Ban­den sind offi­zi­ell ein­ge­tra­ge­ne Orga­ni­sa­tio­nen mit Haupt­sit­zen und vor­der­grün­dig regu­lä­ren Tätigkeiten.

Der rasan­te Niedergang

Die Poli­zei über­wacht die­se streng und führt auch genau Buch über die Mit­glie­der­zah­len. Und die­se erle­ben seit über 20 Jah­ren einen Nie­der­gang. Anfang der 90er zähl­ten die Yaku­za-Grup­pie­run­gen gemäss der Natio­na­len Poli­zei­be­hör­de noch über 90’000 Mit­glie­der. Im letz­ten Jahr ist die Zahl erst­mals seit Ein­füh­rung der Sta­tis­tik 1958 unter 50’000 gefal­len, auf exakt 46’900. Das ist ein Rück­gang um 6600 Mit­glie­der im Ver­gleich zum Vorjahr.

Die Natio­na­le Poli­zei­be­hör­de erklärt sich dies mit einem här­te­ren Vor­ge­hen gegen die gröss­te Yaku­za-Grup­pie­rung, die Yama­gu­chi-gumi aus Kobe, die übers gan­ze Land ver­teilt Unter­grup­pie­run­gen unter­hält. Aus­ser­dem hat sich ein Teil der Yama­gu­chi-gumi im letz­ten Jahr abge­spal­ten, was eben­falls zu einem Aus­stieg vie­ler Mit­glie­der geführt haben soll, wie die Asahi Shim­bun berichtet.

Neue Geset­ze

Der all­mäh­li­che Rück­gang begann 1992, als erst­mals ein wirk­sa­mes Gesetz gegen das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen erlas­sen wur­de. Seit ein paar Jah­ren hat sich die­se Ent­wick­lung beschleu­nigt. Die Geset­ze wur­den noch ein­mal ver­schärft, nach­dem die Unter­welt begann, sich ver­stärkt in der Finanz­welt einzunisten.

So kön­nen heu­te Yaku­za-Chefs für kri­mi­nel­le Ver­ge­hen ihrer Unter­ge­be­nen juris­tisch zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den. Aus­ser­dem ver­bie­tet ein Gesetz seit fünf Jah­ren jeg­li­che Zuwen­dun­gen an die Yaku­za (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Bau­fir­men, Ban­ken und Ver­si­che­run­gen müs­sen sich zudem ver­pflich­ten, jeg­li­che Yaku­za-Mit­glie­der kom­plett von ihren Tätig­kei­ten aus­zu­schlies­sen. Ein typi­sches Bei­spiel dafür war der Bau des Tokio­ter Skyt­ree (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

All die­se Mass­nah­men haben den Spiel­raum und die Ein­nah­me­quel­len der Yaku­za stark ein­ge­schränkt. Yaku­za-Mit­glie­der kön­nen zudem von Dienst­leis­tun­gen durch Ban­ken, Ver­si­che­run­gen und ande­ren all­täg­li­chen Not­wen­dig­kei­ten aus­ge­schlos­sen wer­den. Doch nicht alle betrach­ten die Zah­len der Poli­zei als Zei­chen einer erfolg­rei­chen Ver­bre­chens­be­kämp­fung. Viel­mehr sei es so, dass vie­le Yaku­za-Mit­glie­der zwar nicht mehr in der Sta­tis­tik auf­tau­chen, aber immer noch sehr wohl ver­steckt tätig sei­en, wie die Japan Times berichtet.

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