News aus Japan. Von Jan Knüsel.

Panasonic zeigt Flagge

Eine langsame Öffnung: Die Tokyo Rainbow Pride. ( (Foto: flickr/ Lauren Anderson)

Eine langsame Öffnung: Die Tokyo Rainbow Pride. ( (Foto: flickr/ Lauren Anderson)

Der grosse japanische Elektronikkonzern Panasonic zeigt sich progressiv. Mit Beginn des neuen Geschäftsjahrs im April wird der Konzern mit über 250’000 Angestellten die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare offiziell anerkennen, wie NHK News berichtet. Diese Angestellten sollen somit in den Genuss aller Vorzüge kommen, die verheirateten Arbeitern zustehen. So wird es beispielsweise möglich sein, bei familiären Hochzeiten oder Beerdigungen in der Familie frei zu nehmen.

Der Status «verheiratet» in den Arbeitsregelungen wird dahin gehend verändert, dass künftig auch eingetragene Partnerschaften gleichgeschlechtlicher Paare dazu gehören. Ausserdem wird im Verhaltenskodex des Konzerns festgeschrieben, dass die Diskriminierung eines Angestellten aufgrund seiner sexuellen Orientierung ausdrücklich verboten ist.

Der Anfang für diese neue Regelungen wurde gemacht, als ein Angestellter ankündigte, seine Partnerschaft mit seinem Freund bei den Behörden eintragen zu lassen. Gleichzeitig ist Panasonic ein wichtiger Sponsor des Internationalen Olympischen Komitees, das in seiner Charta ein Ende der Diskriminierung sexueller Minderheiten fordert.

Der Domino-Effekt

Andere Firmen wie IBM Japan haben ebenfalls angekündigt, in dieselbe Richtung zu gehen. Die japanischen Telekomunternehmen haben bereits vor einigen Monaten die angebotenen Familienrabatte auch auf gleichgeschlechtliche Paare ausgeweitet.

Angefangen hat diese gesellschaftliche Revolution im Februar 2015, als der Tokioter Bezirk Shibuya ankündigte, die eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare mit einer Verordnung zu ermöglichen. Das Vorhaben wurde schliesslich im November 2015 zeitgleich mit dem bevölkerungsreichsten Tokioter Bezirk Setagaya umgesetzt. Die Kleinstadt Iga sowie die Takarazuka bei Osaka ziehen noch in diesem Jahr nach (Asienspiegel berichtete).

Die neue Offenheit

Die eingetragene Partnerschaft, wenn auch nicht rechtlich bindend, soll im Alltag Diskriminierungen, wie beispielsweise bei der gemeinsamen Wohnungssuche oder bei einem Besuch des Partners im Krankenhaus, beseitigen helfen. Ausserdem können die Behörden in Shibuya Leute und Unternehmen bestrafen, denen man ein diskriminierendes Verhalten gegenüber sexuellen Minderheiten nachweisen kann. Nun hat die Liberalisierung auch endgültig die japanische Konzernwelt erreicht.

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