Foto: flickr/​Azlan DuPreeSala­ry­men in Japan.

Wie viel ver­dient in Japan ein Voll­zeit­an­ge­stell­ter? Das Arbeits­mi­nis­te­ri­um hat von über 50’000 Fir­men mit über 10 Mit­ar­bei­tern eine Ant­wort erhal­ten. Das Resul­tat: In Japan ver­dient ein nor­ma­ler Ange­stell­ter monat­lich 304’000 Yen (2425 Euro). Dar­in ent­hal­ten sind kei­ne Ver­gü­tun­gen für Über­stun­den oder Urlaub.

Das sind 1,5 Pro­zent mehr als im Vor­jahr und die zwei­te Stei­ge­rung in Fol­ge. Seit 2001 war der Durch­schnitts­lohn nicht mehr so hoch. Das ist für ein Land, das jah­re­lang in einer Defla­ti­ons­spi­ra­le war und in dem seit 20 Jah­ren die Löh­ne sta­gnie­ren, ein hoff­nungs­vol­les Zeichen.

Je nach Geschlecht, Anstel­lungs­ver­hält­nis, Alter und Bran­che sind die Lohn­un­ter­schie­de sehr unter­schied­lich. So ver­dient ein männ­li­cher Voll­zeit­an­ge­stell­ter durch­schnitt­lich 335’000 Yen pro Monat (2673 Euro), wäh­rend die Frau auf 242’000 Yen (1930 Euro) kommt. Die Frau ver­dient somit so viel wie noch nie, aber noch immer weit­aus weni­ger als der männ­li­che Kol­le­ge. Man kann davon aus­ge­hen, dass die Stel­lung der Frau in der Arbeits­welt in den kom­men­den Jah­ren wegen der Über­al­te­rung der Gesell­schaft und des Per­so­nal­man­gels ganz natür­lich an Bedeu­tung gewin­nen wird.

Regu­lär oder unre­gu­lär angestellt

In der japa­ni­schen Berufs­welt hängt die Höhe des Lohns auch vom Anstel­lungs­ver­hält­nis ab. Für regu­lä­re Ange­stell­te liegt der Durch­schnitts­lohn bei 321’000 Yen pro Monat (2561 Euro). Gehört man aber zu der Schicht der Teil­zeit­ar­bei­ter oder befris­te­ten Ange­stell­ten, die oft noch über Dritt­ge­sell­schaf­ten ange­stellt wer­den und gewöhn­lich unter weit schlech­te­ren Bedin­gun­gen arbei­ten müs­sen, kommt man nur nur noch auf monat­lich 205’000 Yen (1635 Euro).

Fast 40 Pro­zent der Arbei­ter ste­hen gemäss der Japan Times in Japan in einem sol­chen unre­gu­lä­ren Arbeits­ver­hält­nis. Die­se Form hat sich beson­ders in den letz­ten 15 Jah­ren durch­ge­setzt, als die Fir­men wegen der schlech­ten Wirt­schafts­la­ge began­nen, bei den Per­so­nal­kos­ten zu spa­ren und somit das lang gepfleg­te Ide­al des gut umsorg­ten Ange­stell­ten auf Lebens­zeit end­gül­tig über Bord warfen.

Kon­zern oder Kleinunternehmen?

Schliess­lich ent­schei­det auch die Fir­men­grös­se über den Lohn. Ein Mann ver­dient in einem Gross­kon­zern durch­schnitt­lich 387’700 Yen (3093 Euro) (bei der Frau sind es 268’400 Yen bzw. 2141 Euro), in einem mitt­le­ren Unter­neh­men 320’300 Yen (2555 Euro) (Frau: 240’400 Yen bzw 1918 Euro) und in einem klei­nen Unter­neh­men mit bis zu 99 Ange­stell­ten noch 288’500 Yen (2302 Euro) (Frau: 216’400 Yen bzw 1726 Euro) im Monat.

Zuletzt gibt es noch die Kate­go­rie der Kurz­zeit­an­ge­stell­ten. Deren Stun­den­lohn beträgt durch­schnitt­lich 1133 Yen (9 Euro) bei den Män­nern und 1032 Yen (8,25 Euro) bei den Frau­en. Somit sind 2015 in allen Kate­go­ri­en die Löh­ne leicht zuge­legt. Gleich­zei­tig sind die Prei­se in den letz­ten zwei Jah­ren durch die locke­re Geld­po­li­tik aber auch durch die erhöh­te Mehr­wert­steu­er gestie­gen. Ob die­se Löh­ne für eine zuneh­men­de Kon­sum­freu­dig­keit und ein nach­hal­ti­ges Wirt­schafts­wachs­tum aus­rei­chen, muss sich erst noch zeigen.