YukiBlau-gold: Der Hoku­ri­ku-Shink­an­sen. (Foto: flickr/​Masayu­ki

Ges­tern vor einem Jahr nahm der Hoku­ri­ku-Shink­an­sen, der Tokio direkt mit Kana­za­wa am Japa­ni­schen Meer ver­bin­det, sei­nen Betrieb auf. Es han­delt sich um die ers­te Hoch­ge­schwin­dig­keits­stre­cke, die ent­lang des Japa­ni­schen Mee­res fährt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Gera­de mal 2 Stun­den 28 Minu­ten dau­ert die­se Fahrt quer durch die japa­ni­schen Alpen. Frü­her war eine über 4-stün­di­ge Fahrt mit ein­ma­li­gem Umstei­gen nötig. Auf einen Schlag ist Kana­za­wa somit für die Haupt­städ­ter in einem gemüt­li­chen Tages­aus­flug erreichbar.

Die neue Stre­cke zeigt bereits Wir­kung. Kana­za­wa erlebt zur­zeit einen Tou­ris­mus­boom. Gemäss der Nach­rich­ten­agen­tur Jiji zähl­te der Hoku­ri­ku-Shink­an­sen seit der Eröff­nung bis Ende Febru­ar 8,98 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re. Das ist das Drei­fa­che von den Pas­sa­gier­zah­len der bis­he­ri­gen kon­ven­tio­nel­len Bahn­ver­bin­dun­gen. Ursprüng­lich ging man ledig­lich von einer Ver­dop­pe­lung aus.

25 Mil­lio­nen Touristen

Die Stadt Kana­za­wa zähl­te 10 Mil­lio­nen Tou­ris­ten im ver­gan­ge­nen Jahr, wie die Hok­kai­do Shim­bun berich­tet. Das sind 20 Pro­zent mehr als zuvor. Ähn­lich pro­fi­tiert auch die gesam­te Prä­fek­tur, die ins­ge­samt 25,15 Mil­lio­nen Tou­ris­ten aus dem In- und Aus­land zähl­te, die neben Kana­za­wa auch so bekann­te Orte wie nörd­li­che Halb­in­sel Noto und das dort befind­li­che Waku­ra-Onsen sowie Kaga-Onsen im Süden anbietet. 

Auch das loka­le Gewer­be bestä­tigt die­sen Boom. Loka­le Fisch­händ­ler im berühm­ten Fisch­markt Omi-cho im Zen­trum von Kana­za­wa berich­ten laut der Hok­kai­do Shim­bun, dass ihr Umsatz um bis zu 50 Pro­zent gestie­gen sei. Das City Hotel beim Bahn­hof ver­zeich­ne­te im letz­ten Jahr eine Aus­las­tung von 80,7 Pro­zent, 7 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Und selbst in der Neben­sai­son im Janu­ar und Febru­ar sei das Geschäft gut gelau­fen, erklärt das Hotel Jiji News.

Ein spe­zi­el­les Feuerwerk

Kana­za­wa pro­fi­tiert nicht nur vom neu­en Shink­an­sen, son­dern auch vom aktu­el­len all­ge­mei­nen Tou­ris­mus­boom (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Wie nach­hal­tig zudem die­ser Boom ist, muss sich erst noch wei­sen. In den ers­ten Jah­ren ist das Inter­es­se immer grös­ser als in den Fol­ge­jah­ren. Aus­ser­dem wird mit der bal­di­gen Eröff­nung des Hok­kai­do-Shink­an­sen, der Tokio mit Hako­da­te ver­bin­det, ein poten­ti­el­ler Kon­kur­renz hin­zu­stos­sen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Dem Betrei­ber JR-West ist dies zur­zeit egal. Der ers­te Geburts­tag des Hoku­ri­ku-Shink­an­sens wur­de mit einem spe­zi­el­len Anlass gefei­ert. Per Los wur­den 2000 Glück­li­che aus­ge­wählt, die vom Shink­an­sen aus ein Feu­er­werk bewun­dern durf­ten. Hier­für leg­te der Spe­zi­al­zug eigens auf einer Brü­cke in Kana­za­wa einen Stopp ein.