Eine Schu­le als Mahnmal

Foto: flickr/​iwa­ryoDie Oka­wa-Grund­schu­le in Ishi­no­ma­ki im Jahr 2012.

Als am 11. März 2011 die Erde im Nord­os­ten Japans beb­te, war­te­ten die Leh­rer einer Grund­schu­le des Bezirks Oka­wa in der Stadt Ishi­no­ma­ki, Prä­fek­tur Miya­gi, ab. Man ver­sam­mel­te sich vor­erst im Schul­hof. Die Schu­le lag am Kita­ka­mi-Fluss rund 4 Kilo­me­ter land­ein­wärts. Trotz Tsu­na­mi-War­nung fühl­te man sich offen­bar sicher. Es soll­te ein fata­ler Feh­ler sein.

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Erst 50 Minu­ten nach dem Beben wur­den Schü­ler und Per­so­nal eva­ku­iert. Die Schü­ler waren gleich zwei Tsu­na­mi-Wel­len, von der Küs­te und vom Fluss kom­mend, mit vol­ler Wucht aus­ge­setzt. 74 von 108 Schü­lern und 10 von 13 Leh­rer, zusam­men mit 45 wei­te­ren Bewoh­nern des Bezirks, star­ben in den Flu­ten. Kei­ne ande­re Schu­le ver­lor an die­sem Tag mehr Men­schen­le­ben (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die Tra­gö­die beschäf­tigt bis heu­te die Jus­tiz. Die Fami­li­en von 23 ver­stor­be­nen Schü­lern haben 2014 Kla­ge gegen die Stadt- und Prä­fek­tur­re­gie­run­gen ein­ge­reicht. Die Leh­rer­schaft habe kla­re War­nun­gen igno­riert und sei somit haupt­ver­ant­wort­lich für den Tod der Schü­ler. Ein Urteil wir für die­sen Som­mer erwartet.

Die Schu­le als Mahnmal

Foto: flickr/​iwa­ryoDie Oka­wa-Grund­schu­le im Jahr 2012.

Die vom Tsu­na­mi zer­stör­te Oka­wa-Schu­le ist in den letz­ten vier Jah­ren zu einem Gedenk­ort und Mahn­mal gewor­den. Eine Sta­tue wur­de hier errich­tet, um den Toten zu geden­ken. Ansons­ten hat man die Stät­te unbe­rührt gelas­sen. Und dies soll so blei­ben, wie die Kaho­ku Shin­po berichtet.

Die Stadt Ishi­no­ma­ki hat ent­schie­den, die Schu­le in ihrem jet­zi­gen Zustand als Gedenk­stät­te zu bewah­ren. Um die Schu­le her­um soll zudem ein Park ent­ste­hen, der auch als Ort der Trau­er für die betrof­fe­nen Fami­li­en die­nen soll.

Der Ent­scheid war kein leich­ter. Denn vie­le hät­ten das Gebäu­de lie­ber abge­ris­sen gese­hen, um mit die­sem trau­ri­gen Kapi­tel abschlies­sen zu kön­nen. Letzt­end­lich haben sich jedoch die Bewoh­ner durch­ge­setzt, die das Gebäu­de erhal­ten woll­ten – als Gedenks­stät­te, aber auch als Mahn­mal für künf­ti­ge Gene­ra­tio­nen. Nur mit dem Erhalt der Schu­le kön­ne man aus den Erfah­run­gen der Ver­gan­gen­heit lernen.

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