Foto: wikimedia/​hirorinmasaDas AKW Taka­ha­ma in der Prä­fek­tur Fukui.

Ende Janu­ar wur­de der Reak­tor 3 des AKW Taka­ha­ma auf­ge­schal­tet. Es war der drit­te Reak­tor in Japan, der wie­der hoch­ge­fah­ren wur­de (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Am 26. Febru­ar folg­te Reak­tor 4 des AKW Taka­ha­ma. Doch nur drei spä­ter wur­de die­ser wie­der auto­ma­tisch abge­schal­tet, wie die Nik­kei Shim­bun berichtete.

Laut Betrei­ber Kana­sai Elec­tric Power wur­de ein Alarm aus­ge­löst, als der Reak­tor dabei war, wie­der Strom zu gene­rie­ren. Die Sicher­heits­sys­te­me und das Kühl­sys­tem funk­tio­nier­ten, es sei zudem zu kei­nen Schä­den gekom­men, wur­de betont. Der Zwi­schen­fall soll nun genau­er unter­sucht wer­den. Wie es danach wei­ter­geht, ist noch nicht klar.

Nicht das ers­te Problem

Es han­delt sich um den ers­ten grös­se­ren Rück­schlag beim schritt­wei­sen Come­back der AKW in Japan. Am 20. Febru­ar, weni­ge Tage vor der Wie­der­in­be­trieb­nah­me, kam es bereits zu ers­ten Schwie­rig­kei­ten, als in einem Gebäu­de neben dem Reak­tor vertrahl­tes Kühl­was­ser aus­floss. Ein locke­rer Bol­zen bei einem Ven­til war damals der Grund für die Stö­rung. Nach der Behe­bung die­ses Pro­blems gab die Nuklea­re Regu­lie­rungs­be­hör­de (NRA) schliess­lich grü­nes Licht für den Neustart.

Beim AKW Taka­ha­ma sind Pro­ble­me und Wider­stän­de ein kon­stan­ter Beglei­ter. Im April 2015 unter­sag­te das Bezirks­ge­richt von Fukui ein Wie­der­hoch­fah­ren der Reak­to­ren 3 und 4. Schliess­lich wur­de das gericht­li­che Ver­bot wie­der gekippt. Die Nuklea­re Regu­lie­rungs­be­hör­de (NRA) hat­te schon zuvor das Kern­kraft­werk nach eini­gen Sicher­heits­an­pas­sun­gen für sicher befunden.

Wei­te­re Neu­starts in Planung

Damit sind aktu­ell 3 von 43 Reak­to­ren wie­der in Betrieb. Neben dem Reak­tor 3 in Taka­ha­ma gene­rie­ren auch die Reak­to­ren Num­mer 1 und 2 im AKW Sen­dai bei Kago­shi­ma auf der Süd­in­sel Kyus­hu wie­der Strom.

Die neus­te Pan­ne wird das Come­back der Kern­ener­gie in Japan wohl kaum auf­hal­ten. Zur­zeit durch­lau­fen 25 von 43 Reak­to­ren die Sicher­heits­tests. Der Reak­tor 3 im AKW Ika­ta in der Prä­fek­tur Ehi­me auf der kleins­ten Haupt­in­sel Shi­ko­ku könn­te schon bald ange­schal­tet wer­den. Ande­re wer­den eben­falls folgen.

Befür­wor­ter und Gegner

Die Regie­rung um Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe hat sich stets für das Wie­der­an­fah­ren der Mei­ler ein­ge­setzt, die für sicher befun­den wer­den. Nur mit lau­fen­den Atom­kraft­wer­ken kön­ne die Abhän­gig­keit von Öl- und Gas­im­por­ten redu­ziert, güns­tig und sta­bil Strom gelie­fert und ein Wirt­schafts­wachs­tum ermög­licht wer­den, sind ihre Argumente.

Die Kri­ti­ker las­sen die­se jedoch nich gel­ten. Betrach­te man den immensen Scha­den und die Kos­ten, die Fuku­shi­ma aus­ge­löst hat, zie­he das Argu­ment des bil­li­ge­ren Stroms und die Reduk­ti­on des CO2-Aus­stos­ses nicht. Die tie­fe­ren Ölkos­ten haben die Strom­pro­du­zen­ten in den letz­ten Mona­ten eben­falls ent­las­tet. Strom­aus­fäl­le gab es in den letz­ten Jah­ren trotz wie­der­hol­ter War­nun­gen der Strom­be­trei­ber eben­so wenig. Es wird auch kri­ti­siert, dass den Kun­den kei­ne Wahl gege­ben wird, wel­chen Strom sie bezie­hen möchten.

Noch gibt es vie­le offe­ne Fra­gen bezüg­lich der Sicher­heit. Erst eine klei­ner Teil der Gemein­den, die 30 Kilo­me­ter um ein AKW lie­gen, haben bis heu­te funk­tio­nie­ren­de Eva­ku­ie­rungs­plä­ne aus­ge­ar­bei­tet. Zudem fehlt es immer noch an einer Lösung für ein End­la­ger für die hoch­ra­dio­ak­ti­ven, gebrauch­ten Brenn­ele­men­te. Ein Poli­ti­ker der LDP ver­glich dies einst mit einer «Woh­nung ohne Toi­let­te» (Asi­en­spie­gel berich­te­te).