News. Reisen. Japan. Von Jan Knüsel.

Die besten Orte in Kanazawa

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Travel – Die Stadt Kanazawa in der Präfektur Ishikawa am Japanischen Meer hat sich zu einem Touristenmagneten entwickelt (Asienspiegel berichtete). Wesentlich dazu beigetragen hat die Eröffnung des Hokuriku-Shinkansens im März 2015. Seither dauert die Reise von Tokio nach Kanazawa nur noch 2,5 Stunden. In nur 13 Monaten hat der Hokuriku-Shinkansen gemäss Jiji News bereits über 10 Millionen Passagiere befördert. Das ist das Dreifache des früheren Expresszuges im selben Zeitraum. Das Flugzeug ist nur das zweitwichtigste Verkehrsmittel zwischen Tokio und Kanazawa.

Die historische Grossstadt hat viel zu bieten. In Japan nennt man Kanazawa nicht umsonst «Little Kyoto». Die beiden Städte verbindet auch die Tatsache, dass sie vom Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges weitgehend verschont wurden. Seit zehn Jahren halte ich mich regelmässig in Kanazawa auf. Im Folgenden ein paar persönliche Empfehlungen, sollten Sie einmal die Stadt besuchen (alle Orte kommen auch im oben eingebetteten Kurzfilm vor):

1 Die drei Teehausviertel
Das Higashi-Chayagai, das «östliche Teehausviertel», ist vielleicht der meist besuchte Ort in Kanazawa. In diesen pittoresken Gässchen mit den zahlreichen traditionellen Holzhäusern wird die Geschichte, die in in diesem Quartier bis in die Edo-Zeit zurückreicht, lebendig. Bis ins 19. Jahrhundert waren in diesem ehemaligen Vergnügungsviertel die Geishas zuhause. Heute reihen sich liebevoll gestaltete Café, Restaurants, Läden und Mini-Museen aneinander. Der japanische Staat hat 2001 das Higashi-Chayagai zu einem «Quartier mit wichtigen architektonischen Kulturgütern» ernannt. Gleich in der Nähe am Fluss befindet sich mit Kazuemachi ein weiteres ehemaliges Teehausviertel, das fast noch schöner ist als das Higashi-Chayagai. Das Nishi-Chayagai, das «westliche Teehausviertel», ist derweil auf der anderen Seite der Stadt zu finden. Es ist so etwas wie die kleine Schwester der anderen beiden. Auch hier findet man exklusive Läden und Restaurants, wo auch noch Geishas auftreten.

Kazuemachi: Eines von 3 Teehausvierteln in Kanazawa.

Kazuemachi: Eines von 3 Teehausvierteln in Kanazawa.

2 Der Fischmarkt
Omicho-Ichiba ist der grösste Fischmarkt von Kanazawa. Es ist ein bisschen wie die kleine Version des Tokioter Fischmarktes Tsukiji. Die Marktstrassen mit den unzähligen Ständen sind überdacht. Hier findet man ausserdem zahlreiche Fisch-Restaurants. Kaisendon, viele verschiedene Sashimi-Sorten auf Reis, ist die Spezialität.

Omicho: Kanazawas grösster Fischmarkt.

Omicho: Kanazawas grösster Fischmarkt.

3 Kenrokuen
Der Kenrokuen gehört zu den drei berühmten Gärten Japans. Es war die Maeda-Familie, die Fürstenfamilie der damaligen Provinz Kaga, die im 17. Jahrhundert diese erhöhte Gartenanlage mit dem Kasumi-Teich im Zentrum bauen liess. Während der Edo-Zeit war es ein privater Garten der Fürstenfamilie. Erst 1874 wurde der Kenrokuen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gleich nebenan liegt die weitläufige Burganlage, die sich jeweils während der Kirschblütenzeit von ihrer schönsten Seite zeigt. Einzelne Gebäude der Burg werden seit einigen Jahren Schritt für Schritt wiederaufgebaut. Bis in die 90er-Jahre war hier ein Teil der Universität Kanazawa zuhause.

Kenrokuen: Kanazawas schönster Garten.

Kenrokuen: Kanazawas schönster Garten.

4 Nagamachi Bukeyashiki
Nagamachi Bukeyashiki ist das ehemalige Viertel der Samurai-Familien. Historische Gässchen, hohe gelbe Mauern, Kanäle und herrschaftliche Residenzen versetzen den Besucher in die Edo-Zeit.

Nagamachi Bukeyashiki: Die Heimat der Samurai

Nagamachi Bukeyashiki: Die Heimat der Samurai

5 Das Hafenviertel
Viel zu gerne geht heute vergessen, dass Kanazawa früher eine prosperierende Hafenstadt war. So führte eine wichtige Handelsroute von Osaka nach Hokkaido über Kanazawa. Das Hafenviertel Onomachi am Ono-Fluss war ein wichtiger Umschlagort für verschiedenste Güter und Lebensmittel. Und so siedelten sich über die Jahre zahlreiche von Familien betriebene Sojasaucen-Fabriken an, die bis heute ihren Sitz in Onomachi haben. Viele dieser historischen Fabriken kann man heute besuchen.

Onomachi: Zentrum der Sojahersteller.

Onomachi: Zentrum der Sojahersteller.

6 21st Century Museum
Gleich in der Nähe des Kenrokuen hat sich die Moderne eingenistet. Erbaut wurde das kreisförmige 21st Century Museum 2005 von den Sanaa-Architekten Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa. In nur wenigen Jahren hat es sich zu einem der bekanntesten zeitgenössischen Museen in Japan entwickelt. Ein Herzstück des Museums ist der «Swimming Pool» von Leandro Erlich.

21st Century Museum: Die Moderne in der historischen Stadt.

21st Century Museum: Die Moderne in der historischen Stadt.

7 Restaurants und Bars
In den Vierteln Kiguramachi und Shintenchi im Zentrum von Kanazawa spielt sich das Nachtleben ab. In der kleinen Hauptstrasse von Kiguramachi befinden sich viele Bars, Cafés und kleine Restaurants, die gewöhnlich erst am Abend öffnen. Unweit davon, in einer unauffälligen Seitenstrasse, befindet sich das Chuomishokugai mit seinen Mikrobars, in denen jeweils nur ganz wenige Gäste Platz finden. Es ist ein Überbleibsel der unmittelbaren Nachkriegszeit und so etwas die Kanazawa-Version des Golden-Gai-Distrikts in Shinjuku (Asienspiegel berichtete).

Chuomishokugai: Kanazawas Golden-Gai.

Chuomishokugai: Kanazawas Golden-Gai.

 

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