Hiro­shi­ma ja, Pearl Har­bor nein

Foto: flickr/​IIP Pho­to Archi­veBarack Oba­ma und Shin­zo Abe bei einem Tref­fen im April 2014.

US-Prä­si­dent Barack Oba­ma hat sich ges­tern im Rah­men des G – 7-Gip­fels in der Prä­fek­tur Mie mit dem japa­ni­schen Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe getrof­fen. Nach Abschluss des G7-Tref­fens ist Barack Oba­ma nach Hiro­shi­ma gereist, in die Stadt, die am 6. August 1945 durch den Abwurf einer Atom­bom­be zer­stört wur­de. Rund 90’000 Men­schen star­ben damals auf der Stel­le. Wei­te­re 90’000 bis 160’000 star­ben an den Spät­fol­gen. Drei Tage spä­ter folg­te der Atom­bom­ben­an­griff auf Naga­sa­ki. Eine Woche spä­ter war der Zwei­te Welt­krieg zu Ende.

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Die unter­schied­li­chen Auf­fas­sun­gen und Gefühls­emp­fin­dun­gen in Japan und den USA haben dazu geführt, dass bis­her kein ein­zi­ger US-Prä­si­dent Hiro­shi­ma besucht hat. Trotz die­ser Dis­so­nan­zen haben die eins­ti­gen Fein­de schon längst zusam­men­ge­fun­den. Die mili­tä­ri­sche Alli­anz ist gera­de hin­sicht­lich eines auf­stre­ben­den Chi­nas aktu­el­ler denn je. Den­noch wur­de Hiro­shi­ma in die­ser doch leben­di­gen und frucht­ba­ren Bezie­hung bis heu­te nicht wirk­lich the­ma­ti­siert. Man hat es ein­fach bei­sei­te gelassen.

Oba­mas Besuch in Hiro­shi­ma ist in die­sem Sin­ne ein wich­ti­ger sym­bo­li­scher Schritt in der Auf­ar­bei­tung die­ses his­to­risch sen­si­blen The­mas. Der US-Prä­si­dent hat in sei­ner Rede in Hiro­shim über die Schre­cken der Atom­bom­be und die Visi­on einer Welt ohne Nukle­ar­waf­fen gespro­chen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Vor sei­ner Rede leg­te er an einen Kranz an das Mahn­mal im Frie­dens­park. Es kam zudem zu einer bewe­gen­den Begeg­nung mit zwei Über­le­ben­den des Atom­bom­ben­an­griffs. Oba­mas Auf­tritt in Hiro­shi­ma war eine wich­ti­ge Ges­te der Ver­söh­nung in die­sem Kapitel.

Geht Abe nach Pearl Harbor?

Im Rah­men die­ses denk­wür­di­gen Aktes deu­te­te in den letz­ten Tagen die Nik­kei Shim­bun mit Ver­weis auf eine Regie­rungs­quel­le an, dass Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe im Novem­ber mit den­sel­ben Gedan­ken der Ver­söh­nung und des Zusam­men­rü­ckens womög­lich Pearl Har­bor besu­chen könn­te, dort wo das japa­ni­sche Mili­tär am 7. Dezem­ber 1941 die US-Pazi­fik­flot­te angriff. 2400 Men­schen star­ben dabei. Die USA tra­ten dar­auf­hin in den Zwei­ten Welt­krieg ein. Es wäre ein bemer­kens­wer­te Ges­te, die auf­zei­gen wür­de, dass bei­de Län­der bereit sind, über ihren Schat­ten zu sprin­gen um zusammenzufinden.

Bei einer Pres­se­kon­fe­renz am gest­ri­gen Eröff­nungs­tag des G7-Gip­fels ver­nein­te Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe jedoch eine ent­spre­chen­de Fra­ge. Er begrüs­se zwar von gan­zem Her­zen den Besuch Oba­mas als Gele­gen­heit für eine Denu­kle­a­ri­sie­rung. Er habe jedoch «zur­zeit kei­ne kon­kre­ten Plä­ne» Pearl Har­bor auf Hawaii zu besu­chen. Er ver­wies dar­auf, dass er bereits wäh­rend des Gip­fel­tref­fens in Washing­ton beim Denk­mal des Zwei­ten Welt­kriegs war und dort den Opfern des Krie­ges auf bei­den Sei­ten gedacht habe (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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