Oba­ma wird Hiro­shi­ma besuchen

Foto: flickr/​U.S. Embas­sy TokyoOba­ma trifft bei sei­ner Staats­vi­si­te in Japan am 24. April 2014 die Kai­ser­fa­mi­lie und Pre­mier­mi­nis­ter Abe.

Aktua­li­siert am 10. Mai 2016 – Am 6. August 1945 war­fen die USA eine Atom­bom­be über die japa­ni­sche Hafen­stadt Hiro­shi­ma. Rund 90’000 Men­schen star­ben sofort. Wei­te­re 90’000 bis 160’000 star­ben an den Spät­fol­gen. Drei Tage kam es zum Atom­bom­ben­an­griff auf Naga­sa­ki. Eine Woche spä­ter war der Zwei­te Welt­krieg zu Ende. In der ame­ri­ka­ni­schen Auf­fas­sung waren die­se Schrit­te nötig, um eine blu­ti­ge Inva­si­on der japa­ni­schen Haupt­in­seln und somit wei­te­re Zehn­tau­sen­de tote US-Sol­da­ten zu verhindern.

Bis heu­te betrach­ten gemäss einer Umfra­ge des Pew Rese­arch Cen­ter 56 Pro­zent der Ame­ri­ka­ner die dama­li­gen Angrif­fe als gerecht­fer­tigt. In Japan sind es der­weil nur 14 Pro­zent. Die unter­schied­li­chen Auf­fas­sun­gen und Gefühls­emp­fin­dun­gen zwi­schen den heu­ti­gen Alli­ier­ten hat dazu geführt, dass selbst 71 Jah­re nach dem Zwei­ten Welt­krieg kein ein­zi­ger US-Prä­si­dent Hiro­shi­ma besucht hat.

Ein Rede in Hiroshima?

Dies wird sich am 27. Mai ändern. Dann wird Barack Oba­ma nach dem G-7-Tref­fen in der japa­ni­schen Prä­fek­tur Mie als ers­ter amtie­ren­der US-Prä­si­dent über­haupt Hiro­shi­ma einen Besuch abstat­ten. Dies hat das Weis­se Haus in einer offi­zi­el­len Pres­se­mit­tei­lung bekannt­ge­ge­ben. Er wird dies gemein­sam mit Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe tun, wie die Mai­ni­chi Shim­bun und ande­re Medi­en berichten.

Oba­ma selbst äus­ser­te bereits 2009 den Wunsch, der­einst die Stadt besu­chen zu wol­len. «Die Erin­ne­run­gen an Hiro­shi­ma und Naga­sa­ki sind in das Gedächt­nis unse­rer Welt ein­gra­viert und ich wür­de mich geehrt füh­len, die­se bei­den Städ­te noch wäh­rend mei­ner Prä­si­dent­schaft besu­chen zu kön­nen», sag­te US-Prä­si­dent Barack Oba­ma damals gegen­über NHK (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Seit der Pra­ger-Rede von 2009, in der sich Oba­ma zu einer atom­waf­fen­frei­en Welt bekann­te, spe­ku­lie­ren die japa­ni­schen Medi­en all­jähr­lich über einen mög­li­chen Besuch und eine anschlies­sen­de Rede, in der sich der Prä­si­dent für die Abschaf­fung von Atom­waf­fen ein­set­zen wür­de. Nun könn­te wird die­se Visi­on im letz­ten Amts­jahr des US-Prä­si­den­ten doch noch Wirklichkeit.

Ein heik­ler Balanceakt

Ein Besuch in Hiro­shi­ma wird aber auch einem heik­len Balan­ce­akt gleich­kom­men. Einer­seits erwar­ten die Japa­ner vom US-Prä­si­den­ten eine star­ke Ges­te des Bei­leids. Ande­rer­seits kann es sich kein US-Prä­si­dent innen­po­li­tisch leis­ten, sich für Hiro­shi­ma oder Naga­sa­ki zu ent­schul­di­gen. In einer Kolum­ne in U.S. News beschreibt Aus­sen­po­li­tik­ex­per­te Lawrence J. Haas aus­führ­lich, wes­halb er von einer Ent­schul­di­gung drin­gend abrät.

Oba­ma wird denn auch die Ent­schei­dung von 1945 nicht the­ma­ti­sie­ren, zitiert die New York Times den Blog von Ben­ja­min J. Rho­des, der als Bera­ter des US-Prä­si­den­ten tätig ist. Es wer­de viel­mehr um die Beto­nung einer gemein­sa­me Zukunft ohne nuklea­re Waf­fen gehen.

Kazu­mi Mat­sui, Bür­ger­meis­ter von Hiro­shi­ma, hat bereits vor eini­gen Wochen in einer Pres­se­kon­fe­renz der­weil erklärt, dass er einen Besuch begrüs­sen, er jedoch kei­ne Ent­schul­di­gung erwar­ten wür­de. Er wür­de sich aber freu­en, wenn Oba­ma sich mit den noch leben­den Atom­bom­ben­op­fern aus­tau­schen könnte.

Einen his­to­ri­schen Schritt hat die aktu­el­le US-Regie­rung bereits vor zwei Wochen getä­tigt. John Ker­ry hat als ers­ter US-Aus­sen­mi­nis­ter über­haupt Hiro­shi­ma besucht und beim Mahn­mal im Frie­dens­park einen Kranz nie­der­ge­legt. Eine Ent­schul­di­gung wur­de von Anfang nicht the­ma­ti­siert. Ker­ry brach­te aber sei­nen Wunsch für ein Ende der Bedro­hung durch nuklea­re Waf­fen zum Aus­druck. Und womög­lich war die­ser Besuch nur ein Vor­spiel für noch mehr.

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