Sayo­na­ra war gestern

Foto: flickr / A. DaveyEin klas­si­sche Ver­ab­schie­dung , auf­ge­nom­men zwi­schen 1914 und 1918.

Selbst wenn Sie noch nie in Japan waren: Die japa­ni­schen Wör­ter Kon­ni­chi­wa, Ari­ga­to oder auch Sayo­na­ra haben Sie bestimmt schon gehört. Doch gera­de Sayo­na­ra, das klas­si­sche Wort für «Auf Wie­der­se­hen», scheint all­mäh­lich aus der Mode zu kom­men, wie die Sank­ei Shim­bun in einer nicht reprä­sen­ta­ti­ven Stras­sen­um­fra­ge in Osa­ka fest­ge­stellt hat.

An alle Leser: Durch die aktu­el­le Lage sind die Ein­nah­men, die die­sen Blog getra­gen haben, weg­ge­bro­chen. Auf­ge­ben wer­de ich nicht. Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hin­aus. Hier­zu brau­che ich Ihre Hil­fe. Jeder Bei­trag trägt dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­be­ban­­nern. Herz­li­chen Dank und blei­ben Sie gesund!

30 Per­so­nen im Alter von 20 bis 70 Jah­ren hat die Zei­tung spon­tan befragt. Davon sag­ten 21, oder 70 Pro­zent, dass sie Sayo­na­ra in den All­tags­kon­ver­sa­tio­nen gewöhn­lich nicht gebrau­chen. Es stellt sich dabei her­aus, dass der Ver­zicht eine Fra­ge des Alters ist. Bei den jün­ge­ren Befrag­ten zwi­schen 20 und 40 liegt der Pro­zent­satz sogar bei 80 Pro­zent. Bei den älte­ren Semes­tern ab 40 Jah­ren ist die­ser Wert bei 60 Prozent.

Als Grund für den Ver­zicht mei­nen die meis­ten, dass Sayo­na­ra etwas End­gül­ti­ges habe, so als wür­de man sich nie wie­der sehen. Für die Jugend­li­chen ist das Wort wie­der­um zu for­mell. Die meis­ten ver­wen­den Sayo­na­ra, wenn man respekt­voll «Auf Wie­der­se­hen» sagen möch­te und auf kei­nen Fall etwas falsch machen möch­te. Dabei hat­te Sayo­na­ra in frü­he­ren Zei­ten über­haupt nicht die­sen for­mel­len Klang. Erst in den letz­ten Jahr­zehn­ten hat es für vie­le die­ses Gefühl des end­gül­ti­gen Abschieds erhal­ten. Eine The­se ist, dass häu­fi­ge emo­tio­na­le Ver­wen­dung von Sayo­na­ra in Enka-Lie­dern oder J-Pop-Songs zu die­ser Inter­pre­ta­ti­on bei­ge­tra­gen haben.

Zahl­rei­che Varianten

Und so drückt man sich heut­zu­ta­ge beim Abschied unter Freun­den viel lie­ber in einer Art aus, in der die Hoff­nung auf ein wei­te­res Tref­fen mit­schwingt. In der All­tags­kon­ver­sa­ti­on sind Vari­an­ten wie «Mata ne» («Bis mor­gen!»), «Ja ne» («Bis dann!»), «Bai­bai» («Bye bye») oder «Mata kondo/​Kon­do ne» («Bis zum nächs­ten Mal») weit­aus gebräuchlicher.

Wird es for­mel­ler, wie bei der Arbeit, dann kann man «Mata ashi­ta yoro­shi­ku one­gaishi­ma­su» (was so viel bedeu­tet wie: «Ich freue mich, mor­gen wie­der mit Ihnen zu arbei­ten») ver­wen­den. Soll­te man früh­zei­tig gehen, sagt man «O saki ni shits­u­rei shi­ma­su» («Es tut mir leid, dass ich zuerst gehe»).

Ver­ab­schie­det man sich nach einem lan­gen Arbeits­tag gemein­sam von den Kol­le­gen oder dem Vor­ge­setz­ten ist die Vari­an­te «Ots­uka­re-sama» gebräuch­lich, mit der man sei­nen Dank für die geleis­te­ten Bemü­hun­gen zum Aus­druck bringt – und damit indi­rekt auch auf «Auf Wie­der­se­hen» sagt. «Ots­uka­re-sama» kann übri­gens in ver­schie­de­nen Situa­tio­nen ver­wen­det wer­den, so auch beim fei­er­abend­li­chen Zuprosten.

Wie ver­ab­schie­den Sie sich?

Sich ver­ab­schie­den auf Japa­nisch ist kom­plex. Jedes Wort beinhal­tet eine ande­re Nuan­ce. Die Lis­te der Abschieds­wör­ter ist ent­spre­chend end­los. Falls Sie Japa­nisch spre­chen: Wel­ches Wort brau­chen Sie am liebs­ten beim Abschied?

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