Neue Plä­ne für Harajuku

Foto: flickr/​David OfffDer alt­ehr­wür­di­ge Bahn­hof Harajuku.

Den Bahn­hof Hara­juku gibt es seit 1906. Das jet­zi­ge euro­pä­isch anmu­ten­de Sta­ti­ons­ge­bäu­de mit dem klei­nen Turm in der Mit­te wur­de 1924 gebaut, weni­ge Jah­re nach der Eröff­nung des neben­an gele­ge­nen Mei­ji-Schreins. Seit über 90 Jah­ren ist es nun in Betrieb. Wie durch ein Wun­der über­stand es die Luft­an­grif­fe im Zwei­ten Welt­krieg. Heu­te ist es Tokios ältes­tes noch exis­tie­ren­des Bahn­hofs­ge­bäu­de, das aus Holz gebaut wurde.

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Kon­zi­piert wur­de Hara­juku damals als loka­ler Bahn­hof. Die Sta­ti­on ver­fügt ledig­lich über zwei Glei­se. Ein­zig die viel genutz­te Yama­no­te-Ring­li­nie (Asi­en­spie­gel berich­te­te) macht hier halt. Doch in den Jahr­zehn­ten nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­de der Ort mit sei­nen nahe gele­ge­nen Anzie­hungs­punk­ten immer belieb­ter. Der Mei­ji-Schrein, der gros­se Yoyo­gi-Park und ver­schie­de­ne Sport­are­nen lie­gen nur weni­ge Geh­mi­nu­ten vom Bahn­hof entfernt.

Sym­bol für das jun­ge Japan

Aus­ser­dem ent­wi­ckel­te sich Hara­juku ab den 1970er-Jah­ren zu einem Treff­punkt für das jun­ge modi­sche Japan. Die Takes­hi­ta-Stras­se mit ihren unzäh­li­gen klei­nen Läden wur­de zum Zen­trum die­ses neu­en ange­sag­ten Quar­tiers – und das ist bis heu­te so geblie­ben. Jeweils am Wochen­en­de gibt es hier fast kein Durch­kom­men. Den direk­tes­ten Zugang bie­tet der in die Jah­re gekom­me­ne und hoff­nungs­los über­las­te­te Bahn­hof Hara­juku. Jeden Tag wer­den hier 70’000 Pas­sa­gie­re gezählt. Das war nicht im Sin­ne sei­ner Erbauer.

Und weil der Tou­ris­mus boomt und schon 2020 die Som­mer­spie­le anste­hen, mit dem Yoyo­gi-Sta­di­on als einer von vie­len Aus­tra­gungs­or­ten, plant Besit­zer JR East nun den alt­ehr­wür­di­gen Bahn­hof schon bald zu erneu­ern, wie NHK News berich­tet.

Abriss des his­to­ri­schen Gebäudes?

Hier­zu hat JR East nun ers­te Plä­ne publi­ziert (sie­he unten). So wie es aus­sieht, wird so ziem­lich alles umge­baut. Denn heu­te sind die Bahn­stei­ge und die Anla­gen über­al­tert, das pro­vi­so­risch anmu­ten­de Neben­ge­bäu­de zu klein und die Durch­gän­ge für die Pas­sa­gie­re zu eng. Ein gros­ses, zwei­stö­cki­ges Gebäu­de, ein Aus­gang in Rich­tung Mei­ji-Schrein und brei­te­re Pas­sa­gen für Roll­stuhl­fah­rer sol­len nun entstehen.

Ja, selbst das alt­ehr­wür­di­ge Bahn­hofs­ge­bäu­de steht offen­bar zur Debat­te. Man wol­le sich in die­ser Fra­ge aber mit den loka­len Läden und Anwoh­nern aus­tau­schen, heisst es. Es wäre der Ver­lust eines klei­nen aber wich­ti­gen Stücks japa­ni­scher Bahngeschichte.

Update, 9. Juni 2017

Von den Anwoh­nern liegt eine Bit­te vor, das alte Gebäu­de zu bewah­ren. JR-East-Prä­­si­­dent Tet­suro Tomi­ta hat laut Jiji News ver­spro­chen, die Sache genau­er anzu­schau­en. Noch ist kein end­gül­ti­ger Ent­scheid gefallen.

Screen­shot: jre​ast​.co​.jpDie Plä­ne für den neu­en Bahn­hof Harajuku.
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