News aus Japan. Von Jan Knüsel.

Feuer im Herzen von Kyoto

Pontocho ist das traditionelle Ausgehviertel am Kamogawa-Fluss im Zentrum der alten Kaiserstadt Kyoto. Eine lange enge Gasse mit unzähligen kleinen schmucken Restaurants, Bars und Läden bildet das Zentrum dieses Viertels, das jeweils in den Abendstunden erst erwacht und jährlich Millionen von Touristen anzieht. In Pontocho lebt auch die Kultur der Geikos – Kyotos Geishas – weiter. Im Kaburenjo-Theater, das 1873 eröffnet wurde, präsentieren sie bis heute ihre eleganten Tanzkünste sogar einem grösseren Publikum.

Die dicht nebeneinander gelegenen traditionellen Häuser, die zumeist noch aus viel Holzelementen bestehen, machen den historischen Charme von Pontocho aus. Es ist so, als würde man eine Zeitreise in die Edo-Zeit (1603 bis 1868) unternehmen. Doch genau diese Bauweise ist die grösste Gefahr für den Ort. Ein Brand kann hier in kürzester auf das ganze Viertel überschwappen.

Feuer im historischen Viertel

Am Abend des 5. Juli 2016 kam es zu solch bangen Momenten, wie NHK News berichtet. In der Küche eines zweistöckigen Restaurants, dessen Gebäude aus Holz gebaut ist, geriet ein Feuer ausser Kontrolle. Es wird vermutet, dass glühende Holzkohle den Brand verursacht hat. Rund 50 Gäste mussten aus dem Lokal fliehen. Der Rauch stieg meterweit in die Höhe.

Mit 20 Löschfahrzeugen konnte die Feuerwehr das Feuer nach vier Stunden schliesslich unter Kontrolle bringen, wie TBS News berichtet. Am Ende hatte man Glück im Unglück. Zwei Gebäude wurden schwer beschädigt. Ein Angestellter des Restaurants sowie eine Passantin erlitten eine leichte Rauchvergiftung. Glücklicherweise gab es keine weiteren Verletzten. Das Kaburenjo-Theater, das nur 50 Meter von der Brandstätte entfernt liegt, blieb verschont.

Das Feuer in Tokio

Das Feuer im Pontocho zeigt wie anfällig die historischen Viertel in Japan sind. Erst im April kam es im Tokioter Golden Gai-Quartier zu einem Feuer, das rechtzeitig gelöscht und weiterer Schaden verhindert werden konnte (Asienspiegel berichtete). Nur 500 Meter vom grossen Bahnhof Shinjuku entfernt, reihen sich hier rund 300 Mikro-Bars und -Restaurants aneinander, verteilt auf sechs enge Gassen. In diesem Ausgehquartier aus der Nachkriegszeit lauert stets die Gefahr eines verheerenden Brandes.

Feuer in Pontocho. (Foto: twitter/@ZARASOKU)

Feuer in Pontocho. (Foto: twitter/@ZARASOKU)

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