Foto: flickr/​Tama­ki SonoEin Laden, der Eki­ben verkauft.

Für die Zug­rei­se in Euro­pa kauft sich der Pas­sa­gier gewöhn­lich ein Sand­wich. Eine ande­re Wahl hat man in den Bahn­hö­fen kaum. In Japan wäre eine sol­che kuli­na­ri­sche Ein­tö­nig­keit eine Bank­rott­er­klä­rung. In allen mitt­le­ren und grös­se­ren japa­ni­schen Bahn­hö­fen ist es eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, dass man Lunch­bo­xen mit voll­wer­ti­ge Spei­sen anbie­tet, die einem anstän­di­gen Restau­rant­an­ge­bot in nichts nachstehen.

Die Bahn­hofs-Ben­to, Eki­ben genannt, haben sich zu einer belieb­ten Mahl­zeit für die Zug­rei­se ent­wi­ckelt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die For­men und Mate­ria­li­en der Boxen sowie das Essen vari­ie­ren von sim­pel bis ganz edel. Die Viel­falt der ange­bo­te­nen Spei­sen kann man als einen Grad­mes­ser für die Qua­li­tät eines Bahn­hofs anse­hen. Jede Regi­on bie­tet zudem ihre ganz eige­ne loka­le Spe­zia­li­tät an. Der Ursprung des Eki­ben datiert auf das Jahr 1885 zurück, als man im Bahn­hof Uts­uno­miya in der Prä­fek­tur Tochi­gi erst­mals ein Oni­gi­ri für die Rei­se verkaufte.

Die 3 Favo­ri­ten von 2016

Bahn­be­trei­ber JR East erstellt jähr­lich eine Rang­lis­te der belieb­tes­ten Eki­ben sei­ner Bahn­hö­fe. Hier­für hat die Fir­ma bei den Pas­sa­gie­ren und Bahn­hofs­kun­den nach­ge­fragt. Erhal­ten hat sie 9304 Ant­wor­ten, wie die Sank­ei Shim­bun berich­tet. 61 Eki­ben stan­den zur Aus­wahl.

Bewer­tet wur­den sie anhand ver­schie­de­ner Kate­go­ri­en wie der Geschmack, das Aus­se­hen des Essens, die Gestal­tung der Box, der Preis, die Nut­zung loka­ler Zuta­ten und Spe­zia­li­tä­ten oder der Grad, an dem man sich dank des Eki­ben noch spä­ter an die Rei­se erin­nert. Hier die drei ers­ten Plät­ze der Gesamtbewertung:

1 Hinai­ji­do­ri Ben­to (1200 Yen)

Bild:facebook / jreast.ekiben.ajinojinDer Sie­ger: Hinai­ji­do­ri Bento.

Das Gericht stammt aus der Prä­fek­tur Aki­ta und wird mit Hühn­chen und Reis aus der Regi­on zube­rei­tet. Die Befrag­ten haben das Eki­ben für das bes­te Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis, den vor­züg­li­chen Geschmack und den Inhalt gelobt. Ins­be­son­de­re die Mari­na­de für das gemah­le­ne Soro­bo-Hüh­ner­fleisch scheint vie­le Rei­sen­de zu über­zeugt zu haben.

2 Tsu­ga­ru Kai­kyō Nigu Saga­na Ben­to (1300 Yen)

Bild: face­book / jreast.ekiben.ajinojinTsu­ga­ru Kai­kyō Nigu Saga­na Bento

Der beson­de­re Schreib­wei­se des Gerichts ver­rät den Dia­lekt: Die­ses Eki­ben stammt vom nörd­lichs­ten Zip­fel der Haupt­in­sel Hons­hu in der Prä­fek­tur Aom­ori. Es han­delt sich um ein Gericht, das sowohl Rind­fleisch wie auch Thun­fisch und Tin­ten­fisch beinhal­tet. Auch die berühm­ten Äpfel aus Aom­ori dür­fen nicht feh­len. Die­ses Eki­ben wird als Soul­food der Regi­on der Tsu­ga­ru-Meer­enge bezeichnet.

3 Oka­mi no Omo­ten­a­shi Ben­to, Naru­ko Onsen Edi­ti­on (1150 Yen)

Bild: face­book / jreast.ekiben.ajinojinOka­mi no Omo­ten­a­shi Ben­to, Naru­ko Onsen Edition

Tem­pura, gedämpf­tes Gemü­se und drei Oni­gi­ri-Varia­tio­nen sind Teil die­ses Eki­bens aus der Prä­fek­tur Miya­gi. Es steht stell­ver­tre­tend für den berühm­ten Onsen-Ort Naru­ko. Gelobt wird es von den Pas­sa­gie­ren für die Viel­falt und das Aus­se­hen der Speisen.

Aus­ser­dem gab es auch Aus­zeich­nun­gen für die ein­zel­nen Kate­go­ri­en. Eine Gesamt­über­sicht der bes­ten Eki­ben der nord­öst­li­chen Regi­on Japans gibt es hier.