News. Reisen. Japan. Von Jan Knüsel.

Günstig Taxi fahren in Tokio

Auch ein Taxi im Anime-Look gibt es in Tokio seit Sommer 2016. (Foto: flickr/ Alexander Svensson)

Auch ein Taxi im Anime-Look gibt es in Tokio seit Sommer 2016. (Foto: flickr/ Alexander Svensson)

Ein Fahrer mit weissen Handschuhen und Taxitüren, die sich für den Kunden wie von selbst öffnen: Eine Taxifahrt in Japan ist ein Erlebnis – das jedoch schnell ins Geld gehen kann, besonders in der japanischen Hauptstadt. Denn in Tokio liegt der Mindestfahrpreis zwischen 700 und 730 Yen (5.70 – 5.95 Euro)  für die ersten 2 Kilometer, danach sind es 90 Yen für alle weiteren 280 Meter. Das ist mehr als das Doppelte im Vergleich zu anderen Metropolen auf der Welt.

Für viele ist dies schlichtweg zu teuer. Touristen wird generell empfohlen, das hervorragende öffentliche Verkehrsnetz zu benutzen. Auch viele Japaner wollen und können sich solche Preise gar nicht leisten. Das Taxi wird gewöhnlich zur gefragten Option, wenn der letzte Zug in der Nacht schon abgefahren, das Gepäck zu schwer, der Zielort zu abgelegen ist oder wenn die Firma für die Spesen aufkommt.

Das soll sich nun ändern. Nach einer Testphase (Asienspiegel berichtete) hat das Verkehrsministerium angekündigt, ab dem 30. Januar 2017 den Mindestfahrpreis für alle 23 Tokioter Stadtbezirke sowie für die Städte Musashino und Mitaka in der Präfektur Tokio zu senken. Neu wird für den ersten Kilometer ein Mindestfahrpreis von 380 bis 430 Yen (3 – 3.50 Euro) festgesetzt, wie NHK News berichtet. Alle weitere 237 Meter werden dann 80 Yen kosten. Die Mehrheit der Taxifirmen wird voraussichtlich einen Preis von 410 Yen festlegen.

Attraktiv für Kurzdistanzen

Das macht die Taxifahrt für mittlere und längere Distanzen nicht günstiger, im Gegenteil. Doch für Kurzdistanzen von bis zu ungefähr 1,7 Kilometer wird eine Taxifahrt so plötzlich zur attraktiven Option. Genau hier sieht die Branche noch viel Potential. So benötigen gerade Touristen, die bislang das Taxi möglichst gemieden haben, den Fahrdienst vornehmlich für kürzere Strecken. Auch ältere Menschen sind für Einkäufe oder den Arztbesuch auf kurze Fahrten angewiesen.

Die Taxifahrer würden mit einem tieferen Grundfahrpreis letztendlich wieder Kunden hinzugewinnen und mehr Umsatz generieren, so die Überlegung des Verkehrsministeriums. Und so passt sich auch die Taxibranche dem Tourismusboom sowie der überalternden Gesellschaft an.

Andere Taxis versuchen übrigens ihr Image nicht mit neuen Preisen, sondern ganz einfach mit einem neuen Look aufzupolieren, wie beispielsweise das Anime-Taxi (siehe Foto oben, Asienspiegel berichtete).

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