Japans neu­er «Pre­mi­um Friday»

Foto: flickr/​Evan Bla­serDas Fei­er­abend­bier am Nach­mit­tag? Mit Pre­mi­um Fri­day soll dies Rea­li­tät werden.

Auf Regie­rungs­ebe­ne scheint man sich seit eini­gen Jah­ren einig zu sein: Japans Ange­stell­te soll­ten weni­ger Über­stun­den leis­ten und statt­des­sen mehr Frei­zeit genies­sen. Denn wer immer im Büro bleibt, der hat kei­ne Zeit, um das hart ver­dien­te Geld aus­zu­ge­ben und Stress abzu­bau­en. Die Gesund­heits­kos­ten stei­gen, die Arbeits­ef­fi­zi­enz geht ver­lo­ren und der Wirt­schaft feh­len die Einnahmen.

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Die Rea­li­tät sieht jedoch immer noch anders aus. Über­stun­den gehö­ren in Japans Fir­men­welt wei­ter­hin zum guten Ton. Bezahl­ten Urlaub zu bezie­hen, ist ver­pönt. Zeit für die Fami­lie bleibt dem gestress­ten Sala­ry­man kaum.

Die Poli­tik ver­sucht nun mit ver­schie­dens­ten Ansät­zen, ein Umden­ken her­bei­zu­füh­ren. So wer­den in den Minis­te­ri­en des Tokio­ter Regie­rungs­vier­tels Kasu­mi­ga­seki in den Som­mer­mo­na­ten spä­tes­tens um 20 Uhr die Lich­ter gelöscht. Yūkatsu, «Abend­ak­ti­vi­tät», nennt sich das Pro­gramm (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Tokios Gou­ver­neu­rin Yuri­ko Koi­ke geht ähn­li­che Wege. Auch ihre Beam­ten sol­len sich nach 20 Uhr nicht mehr im Büro auf­hal­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Der neue Freitag

Selbst auf der Wirt­schafts­sei­te haben eini­ge die Vor­tei­le von weni­ger Über­stun­den erkannt. Zusam­men mit 15 Wirt­schafts­ver­bän­den führt das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um eine neue Kam­pa­gne ein, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Sala­ry­men jeweils am letz­ten Frei­tag des Monats spä­tes­tens um 15 Uhr aus dem Büro zu locken. Die zusätz­li­che Frei­zeit soll für Shop­ping, Rei­sen, Essen und für die Fami­lie genutzt wer­den, um so die Wirt­schaft anzu­kur­beln. Und wie immer gibt es auch eine Bezeich­nung für die­ses neu­en Tag: «Pre­mi­um Fri­day». «Jeweils am letz­ten Frei­tag des Monats las­sen wir es uns gut gehen», lau­tet der Slogan.

Unter­stützt wird die Kam­pa­gne vor allem von Kauf­häu­sern, Ver­kaufs­lä­den und Restau­rants. Der Start für «Pre­mi­um Fri­day» wird am 24. Febru­ar 2017 erfol­gen. In einer ers­ten Test­pha­se gilt die­ser für die Tokio­ter Geschäfts­vier­tel Nihon­ba­shi und Maru­n­ou­chi. Noch gibt es aber eini­ge unge­klär­te Fra­gen. So han­delt es sich um eine frei­wil­li­ge Akti­on. Ob sich die Sala­ry­men und die Fir­men, die nicht aktiv an der Kam­pa­gne teil­neh­men, davon über­zeu­gen las­sen, ist eine ande­re Frage.

Screen­shot: pre​mi​um​-fri​day​.go​.jpDas Log der neu­en Kampagne.
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