Foto: flickr/​Kei­ko ShihDer Tag, an dem man erwach­sen wird.

Am gest­ri­gen Tag hat Japan alle jun­gen Bür­ger gefei­ert, die zwi­schen dem 1. April 2016 und dem 31. März 2017 das 20. Alters­jahr erreicht haben oder noch errei­chen wer­den. Sei­jin no hi – «der Tag der Mün­dig­keits­er­klä­rung» – heisst die­ser zwei­te offi­zi­el­le Fei­er­tag des Jah­res. Seit 1948 wird er jeweils am zwei­ten Mon­tag im Janu­ar abge­hal­ten. Dann neh­men die jun­gen Erwach­se­nen in ihrer Hei­mat an einer Zere­mo­nie teil, mit der der Ein­tritt in die Voll­jäh­rig­keit gefei­ert wird.

Zumeist hält der Bür­ger­meis­ter eine Rede, weist die neu­en Erwach­se­nen auf die Ver­ant­wor­tung und Pflich­ten als mün­di­ge Bür­ger hin und über­reicht ihnen ein klei­nes Geschenk. Vor­nehm­lich geht es jedoch dar­um, den Ein­tritt in den neu­en Lebens­ab­schnitt zu fei­ern. Spä­ter wird mit der Fami­lie und Freun­den gefei­ert. Der Sake darf dabei nicht feh­len. Denn ab dem 20. Alters­jahr dür­fen die jun­gen Japa­ner offi­zi­ell Alko­hol trinken.

36’000 in Yokohama

An gewis­sen Orten neh­men die Sei­jin no hi-Zere­mo­ni­en rie­si­ge Dimen­sio­nen an. So nah­men in der Yoko­ha­ma Are­na gleich 36’000 jun­ge Erwach­se­ne teil, wie NHK News berichtete.

Gefei­ert haben die­ses Jahr ins­ge­samt 1,23 Mil­lio­nen Per­so­nen im gan­zen Land. Das ist ein biss­chen mehr als im ver­gan­ge­nen Jahr, als es nur noch 1,21 Mil­lio­nen waren – so wenig wie noch nie seit Erfas­sung die­ser Daten 1968. Trotz der klei­nen Erho­lung zeigt der Trend durch den rapi­den Bevöl­ke­rungs­rück­gang nach unten. 1976 war der Höhe­punkt mit 2,76 Mil­lio­nen neu­en Voll­jäh­ri­gen erreicht.

Ein Land trägt Kimono

Die Klei­dungs­tra­di­ti­on macht den Sei­jin no hi zu einem ganz spe­zi­el­len Fei­er­tag. Die jun­gen Frau­en tra­gen für Zere­mo­ni­en einen for­mel­len, stil­vol­len Fur­i­so­de-Kimo­no mit den typi­schen lan­gen Ärmeln. Und weil es im Janu­ar kalt ist, trägt die Frau gewöhn­lich noch einen ele­gan­ten, zumeist weis­sen Pelzschal.

Auch die Män­ner tru­gen am Sei­jin no hi gewöhn­lich die tra­di­tio­nel­le Haka­ma-Klei­dung. Doch immer mehr zie­hen es vor, mit Anzug und Kra­wat­te an der Zere­mo­nie teil­zu­neh­men. Sel­ten sieht man in Japan so vie­le ele­gan­te Kimo­nos an einem Tag. Für die Frau­en ist es neben der eige­nen Hoch­zeit eine der sel­te­nen Gele­gen­hei­ten, einen sol­chen Fur­i­so­de-Kimo­no zu tragen. 

Man­che haben auch schon am Sonn­tag gefeiert: