News aus Japan. Von Jan Knüsel.

«13 Welten von Schwarz und Weiss»

Werke von Suishū T. Klopfenstein-Arii, Sylvia Fässler, Gabrielle Gross, Machiko Hafner-Nakai, Christof Mohr, Nobuko Moser-Maruyama, Richard Müller, Francisco Osorio, Renata Schalcher, Wojciech Simson, Geneviève Teoh, Franziska Thomann und Ursula Weiss.

Werke von Suishū T. Klopfenstein-Arii, Sylvia Fässler, Gabrielle Gross, Machiko Hafner-Nakai, Christof Mohr, Nobuko Moser-Maruyama, Richard Müller, Francisco Osorio, Renata Schalcher, Wojciech Simson, Geneviève Teoh, Franziska Thomann und Ursula Weiss.

Tipp von Galerie Claudia Geiser – Die chinesisch-japanische Schriftkunst hat eine jahrtausendealte Tradition, sie ist bis heute lebendig und eine hoch angesehene Kunstform, denn die Schrift vermittelt in Ostasien nicht nur Inhalt. Über die Bedeutung der Worte und des Schriftstils hinaus ist ein Schriftkunstwerk immer auch Ausdruck der inneren Welt, der Kraft, Persönlichkeit und Sensibilität der Künstlerinnen und Künstler. Diese lassen mit unzähligen Schattierungen von schwarzer Tusche auf weissem Papier eine Welt von tiefer Ruhe und Einfachheit entstehen. Zu den renommiertesten Vertreterinnen dieser Kunst in der Schweiz zählt Suishū T. Klopfenstein-Arii. Die Schriftkunst-Meisterin hat über Jahrzehnte ihr Werk in zahlreichen Ausstellungen und Publikationen präsentiert und ihr Wissen und Können auch als Lehrerin weitergegeben. Nun stellt sie in der 
Galerie Claudia Geiser gemeinsam mit langjährigen Schülerinnen und Schülern aus.

Formal gesehen ist die Schriftkunst die Kunst der Striche und ihrer Verteilung in der Fläche. Dabei spielen die Schreibmaterialien eine wesentliche Rolle: Ein Pinsel kann gleiten, springen oder ruhen, man kann mit ihm auslaufende, durchbrochene oder gekratzte Striche schreiben, und bei der Tusche sind vom hellsten Grau bis zum tiefsten Schwarz alle Nuancen möglich. Was das Schreiben betrifft, so ist bei jedem Schriftzeichen die Abfolge der Striche vorgegeben, zudem muss es in einem Zug und ohne Korrektur geschrieben werden. Ein Schriftkunstwerk zu schaffen ist deshalb nicht nur eine Frage der Technik, des Wissens um die Bedeutung der Zeichen und Schriftstile, der jahrelangen Übung und der höchsten Konzentration – es ist auch eine Frage der geistigen Haltung. Erst wenn man die innere Welt in ein Bild einbringen kann, können einmalige Kunstwerke voller Ausdruckskraft und Leben entstehen wie diejenigen in dieser Ausstellung.

Zusammen mit Suishū T. Klopfenstein-Arii zeigen 12 ihrer langjährigen Schülerinnen und Schüler je ein Bild. Die Schriftkunstwerke sind so unverwechselbar wie die Künstlerinnen und Künstler, die teilweise seit Jahrzehnten mit Freude und Ausdauer bei ihrer Lehrerin die traditionellen Grundregeln und Schriften üben und auf dieser Basis ihren eigenen Stil entwickelten. Ihre Beweggründe für die intensive Beschäftigung mit der Schriftkunst sind ganz unterschiedlich: Sie wollen der Alltagshektik etwas entgegensetzen, sich ganz auf den Prozess des Schreibens konzentrieren, den Schriftzeichen einen persönlichen Ausdruck geben, mehr über die geistigen Grundlagen der Schriftkunst erfahren, menschliche Erfahrungen oder ihr eigenes Wesen in Schriftkunst umsetzen, im Schreiben meditieren, Stille und die eigene Mitte erleben oder ganz grundsätzlich über die Schrift Zugang zur Kunst und Kultur Ostasiens erhalten. All diesen Künstlerinnen und Künstlern gemeinsam ist, dass sie über ihre Lehrerin zu den Wurzeln der Schriftkunst gefunden haben, diese mit Disziplin und Geduld kultivieren und – jede und jeder auf eigene Weise – in ihren Bildern zum Blühen bringen.

Wir laden Sie herzlich zur Vernissage und Ausstellung ein.

Ausstellung: 20. Januar 2017 bis 25. Februar 2017
Vernissage: Do, 19. Januar 2017, 17 bis 20 Uhr. Künstlerinnen und Künstler sind anwesend. Um 18 Uhr kurze Ansprache von Suishū T. Klopfenstein-Arii
Rundgang: So, 5. Februar 2017, 14 bis 16 Uhr. Um 14 Uhr und um 15 Uhr führen die Künstlerinnen und Künstler durch die Ausstellung.
Vortrag: «Mit dem Fahrrad durch China – Zu den heiligen Bergen von Golog» am Sa, 4. Feb 15 Uhr und Fr, 17. Feb 18:30 Uhr. Dia-Vortrag des Künstlers und Sinologen Dr. Wojciech Simson. Dauer ca. 75 min, Eintritt CHF 20.-. Platzzahl beschränkt, Anmeldung über die Galerie erforderlich.
Finissage: Sa, 25. Februar 2017, 12 bis 14 Uhr. Künstlerinnen und Künstler sind anwesend.
Öffnungszeiten: Do und Fr 13 bis 18 Uhr, Sa 11 bis 14 Uhr oder nach Vereinbarung.
Auskunft: +41 79 675 65 40, info@claudiageiser.ch
Website: www.claudiageiser.ch

Kommentar schreiben