Foto: flickr/​OiMaxScho­ko­la­de am Valentinstag.

Der Valen­tins­tag in Japan ist für die Flo­ris­ten gar kein gutes Geschäft. In Land der auf­ge­hen­den Son­ne hat die Scho­ko­la­den­in­dus­trie den Tag der Lie­be voll­stän­dig für sich in Beschlag genommen.

Aus­ser­dem gilt in Japan die Regel: die Frau beschenkt am 14. Febru­ar den Mann. Dies tut sie nicht nur für ihren Liebs­ten. Auch Freun­de, Mit­ar­bei­ter und sogar Vor­ge­setz­te wer­den mit Scho­ko­la­de beglückt. Bis zu durch­schnitt­lich 10’000 Yen plant die Dame für die­sen Tag.

Unter­schied­li­che Schokoladengeschenke

Damit kei­ne Miss­ver­ständ­nis­se auf­kom­men, wird zwi­schen ver­schie­de­nen Geschenk­ka­te­go­ri­en und Preis­klas­sen unter­schie­den. So gibt es die «Pflicht-Scho­ko­la­de» (Giri-Cho­ko) für den Mit­ar­bei­ter, die «Freun­din­nen-Scho­ko­la­de» (Tomo-Cho­ko), die «Scho­ko­la­de für den weib­li­chen Freun­des­kreis» (Joshi­kai-Cho­ko) oder die Scho­ko­la­de für den Gelieb­ten (Hon­mei-Cho­ko).

Für die Scho­ko­la­den­bran­che ist es die wich­tigs­te Zeit im Jahr. Die Wochen vor dem 14. Febru­ar wer­den zum Schau­fens­ter für eine gan­ze Bran­che. Die Aus­wahl an neu­en und spe­zi­el­len Pro­duk­ten ist rie­sig. So ist inzwi­schen auch in Japan der «Bean to Bar»-Trend ange­kom­men, bei dem der Her­stel­ler von der Aus­wahl der Kakao-Boh­ne bis zur fer­ti­gen Scho­ko­la­de alles sel­ber macht.

Die Scho­ko­la­de für sich selbst

Bei die­ser viel­fäl­ti­gen, süs­sen Aus­wahl ver­wun­dert es wenig, dass sich die Frau seit eini­gen Jah­ren am liebs­ten gleich selbst mit Scho­ko­la­de beschenkt. Von «Jibun-Cho­ko», «die Scho­ko­la­de für sich selbst», ist dann die Rede (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Der Markt hat sich an die­ses Bedürf­nis schon längst angepasst.

Und bereits ent­wi­ckelt sich ein neu­er Trend: Der Mann, der sich in der Zeit des Valen­tins­tags gleich selbst die neus­ten Scho­ko­la­den­krea­tio­nen aus­sucht, kauft und sich damit beschenkt, wie die Yomi­uri Shim­bun berich­tet. Von «Ore-Cho­co» ist dann die Rede. Als «mei­ne Scho­ko­la­de» lässt sich dies über­set­zen, wobei ore ein spe­zi­fisch männ­li­cher Aus­druck für «ich» ist. Als Mann sich unter die weib­li­che Valen­tins­kund­schaft zu mischen, scheint für immer weni­ger ein Pro­blem zu sein. Den Her­stel­lern und Kauf­häu­sern kommt dies nur ent­ge­gen. Es ist die idea­le Gele­gen­heit, die Umsät­ze zu steigern.