Foto: flickr/​IIP Pho­to Archi­veLove Wins: Die Tokyo Rain­bow Pri­de 2016 in Tokio.

Immer mehr Städ­te in Japan aner­ken­nen die gleich­ge­schlecht­li­che Part­ner­schaft. Zuletzt kün­dig­te die Mil­lio­nen­stadt Sap­po­ro auf der Nord­in­sel Hok­kai­do an, die­sen Schritt zu voll­zie­hen. Die ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft ist zwar recht­lich nicht bin­dend, soll aber hel­fen Dis­kri­mi­nie­run­gen im All­tag zu besei­ti­gen und die Akzep­tanz für die LGBT-Gemein­de zu för­dern (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die Lan­des­re­gie­rung zeig­te sich bis­lang eher pas­siv. Der kon­ser­va­ti­ve Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe liess 2015 ver­lau­ten, dass die jet­zi­ge Ver­fas­sung die Aner­ken­nung der gleich­ge­schlecht­li­chen Ehe nicht aner­ken­ne. Eine ent­spre­chen­de Ver­fas­sungs­än­de­rung müs­se man extrem bedacht­sam über­prü­fen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Und den­noch tut sich auch auf obers­ter Ebe­ne etwas, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Denn vor eini­gen Mona­ten ver­kün­de­te die Regie­rung, dass man die gesell­schaft­li­che Akzep­tanz für sexu­el­le Min­der­hei­ten för­den möch­te. Ein ers­ter Schritt in die­se Rich­tung wur­de nun getan.

Neue Richt­li­ni­en für Staatsbeamte

So ist es ab sofort allen Staats­be­am­ten am Arbeits­platz strikt ver­bo­ten, auf Vor­ur­tei­len basie­ren­de her­ab­las­sen­de, dis­kri­mi­nie­ren­de oder schi­ka­nie­ren­de Bemer­kun­gen über die sexu­el­le Ori­en­tie­rung eines Kol­le­gen oder einer Kol­le­gin zu äus­sern. Dies wird neu als sexu­el­le Beläs­ti­gung gewer­tet und kann dis­zi­pli­na­risch bestraft wer­den. Die neue Regel ist Teil des offi­zi­el­len Ver­hal­tens­ko­dex für Staats­be­am­te und gilt für 280’000 Angestellte.

Mit die­ser Mass­nah­me hofft man nun, dass die regio­na­len Behör­den wie auch Pri­vat­un­ter­neh­men nach­zie­hen wer­den. Denn ins­be­son­de­re her­ab­las­sen­de Äus­se­run­gen über sexu­el­le Min­der­hei­ten wer­den an den meis­ten Arbeits­or­ten noch immer nicht als sexu­el­le Beläs­ti­gung ange­se­hen und geahndet.