News aus Japan. Von Jan Knüsel.

Julie Hauer: «Resonance of Silence»

1 Julie Hauer, Untitled, 2016, Mischtechnik auf Leinwand, 150 x 150 cm.

Julie Hauer, Untitled, 2016, Mischtechnik auf Leinwand, 150 x 150 cm.

Tipp von Galerie Claudia Geiser – Inspiriert von den Philosophien und spirituellen Wegen Ostasiens, brach Julie Hauer vor sechs Jahren mit ihrem bisherigen Leben, um sich ganz der Malerei zu verschreiben. Sie beschäftigt sich seither intensiv mit dem chinesischen Daoismus und dem japanischen Zen-Buddhismus und lässt ihre Erfahrungen und Emotionen in Werke einfliessen, die nicht ein bestimmtes Motiv abbilden, sondern das Sein an sich reflektieren. Sie ziehen den Betrachter unmittelbar durch Wärme, Tiefe und Stille in ihren Bann.

Die Künstlerin Julie Hauer (*1979) lebt seit 2004 auf La Réunion, wo sie auch zu malen begann, angeregt durch das Bild eines ihr unbekannten Künstlers, das sie auf einer Asienreise entdeckte. Sie schätzt die multikulturelle Bevölkerung der Insel im indischen Ozean und die Kräfte der Natur und der Elemente, die sie dort erlebt. Bis 2011 arbeitete Hauer als Juristin, dann gab sie – einem inneren Drang folgend – ihr bisheriges Leben auf und reiste nach Asien, um sich als freischaffende Künstlerin ganz der Malerei zu widmen. Sie wollte Neues erforschen, sich selber kennenlernen und zur Ruhe finden. Ihre Reisen führten sie unter anderem nach China, wo sie sich in einem Kloster monatelang intensiv mit Meditation, Daoismus und auch chinesischer Kampfkunst beschäftigte. Später begann sie zudem bei einem Meister des Zen-Buddhismus zu studieren. All dies eröffnete ihr neue Wege zu sich und zur Malerei.

Julie Hauer, Untitled, 2015, Mischtechnik auf Leinwand, 45 x 120 cm.

Julie Hauer, Untitled, 2015, Mischtechnik auf Leinwand, 45 x 120 cm.

Julie Hauers Auseinandersetzung mit der Kunst und Kultur Ostasiens ist in jedem ihrer Werke spürbar – nicht in der Technik, aber in der Ästhetik und dem zugrundeliegenden Schaffensprozess. In Mischtechnik entstehen Bilder, die nie ein Motiv wiedergeben wollen. Vielmehr geht es der Künstlerin darum, das Wesen der Dinge zu erfassen und umzusetzen und dabei ihre Erfahrungen und ihre Persönlichkeit einzubringen, wie man es beispielsweise auch in der ostasiatischen Tuschekunst anstrebt. Manche Bilder sind farblich zurückhaltend, in manchen scheinen sich intensive Farben ihren Weg geradezu an die Oberfläche zu bahnen. Mit einer grossen Vielfalt an Texturen und Komponenten entstehen kontemplative Werke, die das unergründliche Sein an sich zeigen und Leere und Form harmonisch ausbalancieren. Es sind Bilder ohne Anfang und Ende, Bilder, die fast abstrakt sind und doch an Landschaften, Meereswogen oder den Blick ins Universum erinnern und einen immer weiter in ihre Tiefe, in ihren Urgrund hineinziehen. Werke wie die von Julie Hauer begegnen einem selten. Es sind Bilder, in denen Stille widerhallt und in denen man sich gleichzeitig verlieren und geborgen fühlen kann.

Wir laden Sie herzlich zur Vernissage und Ausstellung ein.

Ausstellung: 10. März 2017 bis 22. April 2017
Vernissage: Do, 9. März 2017, 17 bis 20 Uhr. Die Künstlerin wird anwesend sein.
Finissage: Sa, 22. April 2017, 12 bis 15 Uhr. Die Künstlerin wird anwesend sein.
Öffnungszeiten: Do und Fr 13 bis 18 Uhr, Sa 11 bis 14 Uhr oder nach Vereinbarung.
Auskunft: +41 79 675 65 40, info@claudiageiser.ch
Website: www.claudiageiser.ch

Kommentar schreiben