News. Reisen. Japan. Von Jan Knüsel.

Hayao Miyazakis Comeback

Hayao Miyazaki erhält 2014 den Ehrenoscar für sein Lebenswerk. (Screenshot: youtube/Oscars)

Hayao Miyazaki erhält 2014 den Ehrenoscar für sein Lebenswerk. (Screenshot: youtube/Oscars)

Vor dreieinhalb Jahren verkündete Studio-Ghibli-Gründer Hayao Miyazaki in einer grossen Pressekonferenz seinen Rücktritt (Asienspiegel berichtete). Mit «Kaze Tachinu» («The Wind Rises») hatte die Anime-Legende gerade seinen letzten abendfüllenden Anime realisiert. Ein weiteres Projekt in diesem Umfang werde es nicht mehr geben, betonte er damals. Der Aufwand sei schlichtweg zu gross. Rund 5 Jahre rechnet er mit der Produktion eines Projektes. Der Entscheid sei daher endgültig.

Das war 2013. Vier Jahre später hat es sich Miyazaki nochmals anders überlegt. Denn die 76-jährige Anime-Legende arbeitet wieder an einem neuen abendfüllenden Anime. Dies hat Ghibli-Produzent Toshio Suzuki in einer Fernsehsendung bestätigt, wie die Mainichi Shimbun berichtet.

Die ersten Indizien

Erste Indizien gab es bereits im vergangenen November, als NHK eine Doku über Hayao Miyazaki ausstrahlte. Darin händigte er Suzuki von Hand geschriebene Notizen mit dem geplanten Inhalt eines Anime-Projektes aus. Bis 2019 soll dieses realisiert sein, stand darauf (Asienspiegel berichtete). Scherzhaft meinte Miyazaki gegenüber Suzuki: «Könntest mir nur noch für diesen Film das Geld zusammenkratzen?»

Nun haben sich die Mutmassungen bestätigt. Laut Suzuki habe Miyazaki erste Pläne schon im vergangenen Juli geschmiedet und ihm dann am Jahresende ein erstes Storyboard gezeigt. Es ist nicht der erste Rücktritt vom Rücktritt des Altmeister und dennoch überrascht er damit viele. Denn 2013 schien sein Abgang von der grossen Bühne noch endgültig zu sein.

Ein Kurzanime für das Museum

Ganz untätig ist Miyazaki seit seinem Rücktritt nicht geblieben. Seit mehr als zwei Jahren arbeitet er an einem Kurzanime für das Ghibli-Museum, das schon bald Premiere feiern wird. Das Werk soll auf der Geschichte von «Kemushi no Boro» («Boro, die Raupe») basieren (Asienspiegel berichtete). Ursprünglich wollte Miyazaki bereits in den 90ern daraus einen abendfüllenden Film machen, schliesslich gab er das Projekt auf. Dies war kurz vor der Produktion von «Prinzessin Mononoke».

Der Kurzanime wird auch Miyazakis erster Werk sein, das vollständig computeranimiert ist. Die Technik scheint ihm jedoch mehr Mühe als Freude zu bereiten, wie im NHK-Beitrag vom letzten November ersichtlich wurde. Miyazaki gehört noch zur alten Zunft der Anime-Macher, die ihre Bilder noch ganz klassisch von Hand zeichneten. Nur vereinzelt setzte er in seinen preisgekrönten Filmen Computergrafik ein.

Kommentar schreiben