Foto: flickr/​Eli­jah van der Gies­senDer ganz nor­ma­le Pen­del­all­tag in Japan.

Eine Fahrt im Zug wäh­rend der Rush­hour in Tokio ist für die meis­ten Pas­sa­gie­re eine Gedulds­pro­be. Sitz­plät­ze erhal­ten jeweils nur die Per­so­nen, die bei den ers­ten Sta­tio­nen ein­stei­gen kön­nen. Der gros­se Rest muss die ganz lan­ge Fahrt auf engs­tem Raum ste­hen. Eine Sitz­platz­re­ser­va­ti­on ist in sol­chen urba­nen Pend­ler­zü­gen nicht möglich.

Doch all­mäh­lich fin­det ein Umden­ken statt. Sei­bu Rail­way führt ab dem 25. März auf der 60-minü­ti­gen Stre­cke zwi­schen Toko­ro­za­wa in der Prä­fek­tur Saita­ma und Toyo­su in Tokio einen neu­en Pend­ler­zug ein, bei dem man für eine Zusatz­ge­bühr von 510 Yen einen Sitz­platz reser­vie­ren kann, wie die Toyo Kei­zai berichtet.

Dafür erhält man allen erdenk­li­chen Kom­fort, den man sich als Pend­ler wün­schen kann: Eine Steck­do­se beim Sitz, um das Smart­pho­ne auf­zu­la­den und eine geräu­mi­ge Toi­let­te im sel­ben Wagen. Aus­ser­dem dür­fen sich hier nur Pas­sa­gie­re auf­hal­ten, die auch einen Platz reser­viert haben. Die­ser Dienst wird jeweils ein Mal am Mor­gen und drei Mal am Abend angeboten.

Übri­gens kann die gesam­te Sitz­an­ord­nung im Wagen per Knopf­druck ange­passt wer­den. Die lan­gen Sitz­rei­hen am Fens­ter wer­den so in kür­zes­ter Zeit zu Zwei­er­sit­zen in Fahrt­rich­tung (hier ein Video­aus­schnitt von ANN News).

Von Zwei­er­sit­zen zu Längssitzreihe

Auch ande­re Bahn­be­trei­ber pas­sen sich an. So bie­tet Kei­kyu Rail­ways, des­sen Netz von Shina­ga­wa über den Flug­ha­fen Hane­da bis in die Prä­fek­tur Kana­ga­wa reicht, seit 2015 auf einer Pen­del­stre­cke zwei Mal täg­lich einen Wagen mit Sitz­platz­re­ser­va­ti­on an. 300 Yen kos­tet in die­sem Fall die Zusatz­ge­bühr. Ande­re Lini­en wie JR East oder Odakyu Elec­tric Rail­way zie­hen nun eben­falls nach.