Screen­shot: youtube/​KDDIof­fi­ci­alAus der vir­tu­el­len Rea­li­tät: Ein Tsu­na­mi rast auf einen Zug zu.

Vie­le Zug­li­ni­en fah­ren in Japan der Küs­te ent­lang. Das macht sie beson­ders ver­wund­bar bei einem Tsu­na­mi, wie die Kata­stro­phe von 2011 zeig­te. Damals wur­den Bahn­hö­fe zer­stört, Züge und Schie­nen regel­recht weg­ge­schwemmt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Ein wei­te­res Pro­blem war, dass die Zug­fah­rer auf sol­che Extrem­si­tua­tio­nen viel zu wenig vor­be­rei­tet waren.

Bahn­be­trei­ber JR West hat die­se Schwie­rig­keit erkannt und in Zusam­men­ar­beit mit dem Tele­kom­kon­zern KDDI ein VR-Head­set ent­wi­ckelt, mit dem die Zug­fah­rer das rich­ti­ge Ver­hal­ten in Not­fäl­le üben kön­nen. In die­ser vir­tu­el­len Rea­li­tät fährt der Trä­ger des Geräts auf einem 43 Kilo­me­ter lan­gen Küs­ten­stre­cken­ab­schnitt der Kisei-Haupt­li­nie in der Prä­fek­tur Waka­y­a­ma. Das Pro­gramm simu­liert schliess­lich ein Erd­be­ben und 5 Minu­ten spä­ter ein Tsu­na­mi von bis zu 10 Metern Höhe. 

Der Zug­fah­rer muss in die­ser kur­zen Zeit die rich­ti­gen Mass­nah­men tref­fen, indem er am rich­ti­gen Ort hält, zu einer siche­ren Anhö­he fährt oder die Pas­sa­gie­re zu den Not­aus­gän­gen führt. JR West geht es dar­um, die Zug­fah­rer in eine rea­lis­ti­sche Not­si­tua­ti­on zu ver­set­zen, damit sie die rich­ti­gen Reak­tio­nen und Ent­schei­dun­gen ein­üben können.

360-Grad-Umsicht

Ein VR-Head­set ist nicht nur bil­li­ger als ein klas­si­scher Simu­la­tor, son­dern erlaubt dem Üben­den auch eine 360-Grad-Umsicht, wie das Video unten zeigt. Das gan­ze Sys­tem von KDDI kos­tet 20 Mil­lio­nen Yen. Künf­tig sol­len alle 70 Zug­fah­rer die­ser Stre­cke min­des­tens zwei Mal im Jahr in der vir­tu­el­len Rea­li­tät den Not­fall üben.