Bild: wiki­me­diaDeji­ma im 17. Jahrhundert.

Eine klei­ne auf­ge­schüt­te­te Insel in der gros­sen Bucht von Naga­sa­ki war vom 17. bis 19. Jahr­hun­dert für Japan das Tor zur Welt. Von hier bezog der damals abge­schot­te­te Insel­staat Wis­sen und Güter aus Euro­pa und dem Rest der Welt. 1634 wur­de Deji­ma erbaut, um die Por­tu­gie­sen zwecks bes­se­rer Kon­trol­le unter­zu­brin­gen und Han­del trei­ben zu las­sen. Doch weil deren mis­sio­na­ri­scher Eifer und christ­li­cher Ein­fluss zu gross wur­de, wur­den sie aus Japan ver­bannt. Statt­des­sen wur­de Deji­ma zur Hei­mat der Nie­der­län­der, die fort­an als ein­zi­ge Euro­pä­er in Japan Güter ver­kau­fen durften. 

Auf der fächer­för­mi­gen Insel ent­stan­den Wohn- und Lager­häu­ser im euro­päi­schen Stil. Eine bewach­te Brü­cke war der ein­zi­ge Zugang nach Naga­sa­ki. In den fol­gen­den 200 Jah­ren kam es zu einem regen Han­del und kul­tu­rel­len Aus­tausch (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Zahl­rei­che Japa­ner lern­ten die hol­län­di­sche Spra­che. Sie wur­den zu Dol­met­schern und Über­set­zern unzäh­li­ger wis­sen­schaft­li­cher Bücher aus den Nie­der­lan­den. Ihre Akti­vi­tä­ten brach­ten die «Hol­län­di­schen Stu­di­en» (jp. rang­aku) her­vor. Für Japan wur­de Deji­ma zu einer Zugangs­quel­le für neue Tech­no­lo­gi­en, Waren und sogar Sport­ar­ten wie Bil­lard oder Badminton.

Foto: wiki­me­dia / Uchi­da Kui­chiEin Foto von Deji­ma um 1870, zu Beginn der Moder­ni­sie­rungs­pha­se des Landes.

Der Nie­der­gang und der Wiederaufbau

Nach der erzwun­ge­nen Öff­nung des Lan­des durch die USA 1854 wur­de der Nie­der­gang von Deji­ma ein­ge­läu­tet. In den Jahr­zehn­ten dar­auf wur­de um die Insel her­um wei­te­res Land gewon­nen. Deji­ma ver­schwand end­gül­tig. Erst in den 1990er-Jah­ren begann man mit der Restau­ra­ti­on der Insel und dem Wie­der­auf­bau meh­re­rer his­to­ri­scher Häu­ser, die die Tou­ris­ten heu­te besu­chen kön­nen. Ziel ist es, der Insel ihre alte Form zurück­zu­ge­ben. Deji­ma soll irgend­wann in der Zukunft auch wie­der kom­plett von Was­ser umge­ben sein, so der Plan.

Foto: wiki­me­dia / Keith FinchDie heu­ti­ge Lage von Deji­ma. Rot ist die ehe­ma­li­ge Form der Insel gekennzeichnet.

Einen gros­sen Schritt bei die­ser auf­wen­di­gen Restau­rie­rung hat man letz­te Woche getä­tigt. Am 27. Febru­ar wur­de über dem Kanal fei­er­lich ein Stahl­ge­rüst in Posi­ti­on gebracht (sie­he Tweets unten). Hier soll, wie zur Edo-Zeit, wie­der eine Brü­cke ent­ste­hen, die zur Ver­bin­dungs­stel­le zwi­schen Naga­sa­ki und Deji­ma wird. Bis Novem­ber wird die 38 Meter lan­ge Brü­cke fer­tig­ge­stellt sein, um den Besu­chern die Geschich­te wie­der ein Stück näher zu bringen.