News aus Japan. Von Jan Knüsel.

Ausgeschlossen vom Rail Pass

Ein Muss für viele Japan-Reisenden: Der Japan Rail Pass. (Foto: flickr / fletcherjcm)

Ein Muss für viele Japan-Reisenden: Der Japan Rail Pass. (Foto: flickr / fletcherjcm)

Seit dem 8. März 2017 kann man als ausländischer Tourist den praktischen Japan Rail Pass, der einem die freie unlimitierte Fahrt auf dem gesamten JR-Verbundnetz erlaubt, auch in Japan selber kaufen (Asienspiegel berichtete).

Früher war es so, dass man diesen Bahnpass zwingend bei einem Reisebüro im Ausland erwerben musste. Mit der Neuerung ist dieses umständliche Prozedere vor der Reise, das manch einer auch gerne vergisst, so nicht mehr zwingend notwendig. Ausserdem hat man als Tourist künftig die Möglichkeit, während des Aufenthalts noch spontan einen weiteren Pass zu kaufen. Dies erlaubt einem eine flexiblere Reiseplanung, gerade wenn man sich länger im Inselstaat aufhält.

Auslandsjapaner ausgeschlossen

Die Neuerung hat aber gleichzeitig zur Folge, dass alle Japaner, die permanent im Ausland leben, ab dem 1. April 2017 keinen Japan Rail Pass mehr kaufen dürfen (Asienspiegel berichtete). Bislang hatten diese ebenfalls das Recht, den Bahnpass zu erwerben. Gerade für Japaner, die einen ausländischen Ehepartner und Kinder haben, war dies äusserst praktisch. Man konnte so einfach und günstig Japan gemeinsam bereisen.

Eine Begründung für das Verbot haben die JR-Bahnfirmen nie geliefert. Es ist anzunehmen, dass sie damit jegliche Form von Betrug verhindern möchten, da der Pass nun auch in Japan selber erhältlich ist. Und so kam es wohl zum Entscheid, gleich alle Japaner auszuschliessen.

Die Petition

Eine Gruppe von Auslandsjapanern wehrt sich nun mit einer Petition auf change.org gegen diese Massnahme. Darin betont sie, dass man mit dem Verbot die knapp 500’000 Japaner, die permanent im Ausland leben, bestrafe. Viel davon leben in binationalen Familien und dürfen nun als einzige beim Japan-Besuch keinen Rail Pass kaufen. Und dabei seien ja gerade die Auslandsjapaner die besten Botschafter für Japan, indem sie mit Ausländern das Land bereisen, ihnen die Kultur zeigen und somit auch zum Tourismusboom aktiv beitragen. «Es fühlt sich an, als werde man dafür bestraft, dass man im Ausland lebt», beschreibt ein japanischer Staatsbürger in der Petition seine Gefühlswelt.

Die Petition soll helfen, die JR-Gruppe auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Bereits haben über 7500 Menschen die Petition unterschrieben. Noch bleibt die Hoffnung, dass sich diesbezüglich etwas ändern wird. Denn beim neuen Rail-Pass-Inlandsverkauf handelt es sich offiziell noch um eine Testphase, die bis zum 31. März 2018 andauern wird. Gut möglich, dass danach Anpassungen vorgenommen werden, sofern der Druck auf die JR Group gross genug sein wird.

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