Foto: Asi­en­spie­gelAuch im Berg­ort Tsu­wa­no wer­den die Grä­ben mit Koi-Karp­fen verschönert.

Sie sind ein typi­sches Merk­mal vie­ler Orte in Japan: Die lan­gen und tie­fen Abfluss­grä­ben am Ran­de der Stras­se. Es sind Abfluss­rin­nen im Gross­for­mat. Die­se haben ganz unter­schied­li­che Funk­tio­nen. Gewöhn­lich sor­gen sie dafür, dass bei hef­ti­gen Regen- oder Schnee­fäl­len das Was­ser effi­zi­ent weg­ge­lei­tet wird und es so zu kei­nen Über­schwem­mun­gen kommt. In gewis­sen Fäl­len sind sie auch für die Bewäs­se­rung der Reis­fel­der ange­legt wor­den. Bei ande­ren Grä­ben han­delt es sich ganz ein­fach um begra­dig­te Bäche. 

In Vor­or­ten und länd­li­chen Gegen­den sind die­se Kanä­le immer offen, schüt­zen­de Abde­ckun­gen gibt es nur bei Über­gän­gen zu Häu­sern und Fel­dern. Für unauf­merk­sa­me Fuss­gän­ger und Fahr­rad­fah­rer sind sie nicht unge­fähr­lich, böse Stur­zun­fäl­le sind kei­ne Seltenheit. 

Eine krea­ti­ve Verschönerung

Ins­be­son­de­re in Regio­nen, wo es viel reg­net, ent­wi­ckeln sich die­se Abfluss­grä­ben zu einem unab­läs­si­gen Strom. An sol­chen Orten, wo ein kon­stan­ter Was­ser­pe­gel garan­tiert ist, erblickt man in Japan immer wie­der eine unge­wöhn­li­che Verschönerungsmassnahme.

Die Abfluss­grä­ben wer­den kur­zer­hand zu Gewäs­sern für Koi-Karp­fen umfunk­tio­niert, wie zum Bei­spiel im Berg­städt­chen Tsu­wa­no (sie­he Foto oben, Asi­en­spie­gel berich­te­te). Net­ze und ande­re For­men von klei­nen Absper­run­gen sor­gen dafür, dass die­se nicht weg­schwim­men. Und so ver­wan­deln sich selbst sol­che unauf­fäl­li­gen Orte in Japan zu klei­nen Sehenswürdigkeiten.