News aus Japan. Von Jan Knüsel.

Die unerwartete Sehenswürdigkeit

Auch im Bergort Tsuwano werden die Gräben mit Koi-Fischen verschönert. (Foto: Asienspiegel)

Auch im Bergort Tsuwano werden die Gräben mit Koi-Karpfen verschönert. (Foto: Asienspiegel)

Sie sind ein typisches Merkmal vieler Orte in Japan: Die langen und tiefen Abflussgräben am Rande der Strasse. Es sind Abflussrinnen im Grossformat. Diese haben ganz unterschiedliche Funktionen. Gewöhnlich sorgen sie dafür, dass bei heftigen Regen- oder Schneefällen das Wasser effizient weggeleitet wird und es so zu keinen Überschwemmungen kommt. In gewissen Fällen sind sie auch für die Bewässerung der Reisfelder angelegt worden. Bei anderen Gräben handelt es sich ganz einfach um begradigte Bäche.

In Vororten und ländlichen Gegenden sind diese Kanäle immer offen, schützende Abdeckungen gibt es nur bei Übergängen zu Häusern und Feldern. Für unaufmerksame Fussgänger und Fahrradfahrer sind sie nicht ungefährlich, böse Sturzunfälle sind keine Seltenheit.

Eine kreative Verschönerung

Insbesondere in Regionen, wo es viel regnet, entwickeln sich diese Abflussgräben zu einem unablässigen Strom. An solchen Orten, wo ein konstanter Wasserpegel garantiert ist, erblickt man in Japan immer wieder eine ungewöhnliche Verschönerungsmassnahme.

Die Abflussgräben werden kurzerhand zu Gewässern für Koi-Karpfen umfunktioniert, wie zum Beispiel im Bergstädtchen Tsuwano (siehe Foto oben, Asienspiegel berichtete). Netze und andere Formen von kleinen Absperrungen sorgen dafür, dass diese nicht wegschwimmen. Und so verwandeln sich selbst solche unauffälligen Orte in Japan zu kleinen Sehenswürdigkeiten.

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