Foto: flickr/​IIP Pho­to Archi­veLove Wins: Die Tokyo Rain­bow Pri­de 2016 in Tokio.

In Japan hat sich in den letz­ten zwei Jah­ren viel getan für die LGBT-Gemein­de. Meh­re­re Städ­te aner­ken­nen heu­te die ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft. Obwohl die­se nicht recht­lich bin­dend ist, soll sie hel­fen Dis­kri­mi­nie­run­gen im All­tag zu besei­ti­gen und die Akzep­tanz für sexu­el­le Min­der­hei­ten zu för­dern (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Tat­säch­lich haben zahl­rei­che Kon­zer­ne nach­ge­zo­gen. In den Medi­en wird über LGBT gespro­chen, geschrie­ben und berich­tet. Lan­ge war die Homo­se­xua­li­tät ein gesell­schaft­li­ches Tabu-The­ma. Eine poli­ti­sche Dis­kus­si­on dar­über exis­tier­te nicht. Die Öffent­lich­keit nahm die The­ma­tik nur am Ran­de wahr.

Trotz der jüngs­ten Ent­wick­lung ist man in Japan von einer brei­ten gesell­schaft­li­chen Akzep­tanz noch weit ent­fernt. So zie­hen es vie­le Schwu­le und Les­ben bis heu­te vor, im Freun­des­kreis oder in der Fami­lie nicht dar­über zu spre­chen. Dies hat eine von Lifenet Insuran­ce in Auf­trag gege­be­ne Umfra­ge erge­ben, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Dem­nach haben nur 22 Pro­zent der 15’000 Befrag­ten – die man über einen Auf­ruf auf LGBT-Sei­ten für die Stu­die gewin­nen konn­te – ihren Eltern gegen­über ein Com­ing-out gegeben.

Tabu im Süden

Auch wenn sich die­ser Wert in den letz­ten 20 Jah­ren ver­dop­pelt hat – er bleibt auf einem tie­fen Niveau. Das Ergeb­nis bestä­tigt auch, dass das The­ma Homo­se­xua­li­tät vie­ler­orts ein Tabu-The­ma geblie­ben ist, auf dem Land noch viel­mehr als in der Stadt. So gibt es in den urba­nen Regio­nen Tokio, Nago­ya und Osa­ka mit 23 bis 25 Pro­zent am meis­ten Com­ing-outs gegen­über den eige­nen Eltern.

In den länd­li­che­ren Gebie­ten wie in der Regi­on Hoku­ri­ku am Japa­ni­schen Meer oder auf der Süd­in­sel Kyus­hu und Oki­na­wa sind es gera­de noch 17 Pro­zent. Spe­zi­ell ist, dass selbst im urba­nen Kyus­hu die Homo­se­xua­li­tät kaum the­ma­ti­siert wird. In der Gross­stadt Fuku­o­ka liegt der Wert gera­de mal bei 16 Pro­zent (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Bis heu­te hat auch noch kein Ort auf der Süd­in­sel die ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft eingeführt.

Rund 72 Pro­zent aller Befrag­ten haben zudem ange­ge­ben, dass sie schon ein­mal dis­kri­mi­nie­ren­de Bemer­kun­gen gegen­über der Schwu­len und Leben gehört hät­ten. In die­sem Sin­ne gibt es, trotz vie­ler Ver­bes­se­run­gen in den letz­ten zwei Jah­ren, noch viel zu tun.