News. Reisen. Japan. Von Jan Knüsel.

Eine rote Linie gegen das Vergessen

Fast sechs Jahre ist es her, als am 11. März 2011 ein gewaltiges Erdbeben vor der Nordostküste Japans einen verheerenden Tsunami auslöste. Es folgte der Unfall im AKW Fukushima 1. Über 18’000 Menschen kamen damals ums Leben. Die Folgen dieser Dreifachkatastrophe werden das Land noch über Jahre hinweg beschäftigen (Asienspiegel berichtete).

Und trotzdem haben viele Japaner, die nicht direkt von der Katastrophe betroffen waren, den 11. März 2011 vergessen, oder ganz einfach aus ihrem Alltag verdrängt. Und genau dort setzt Yahoo Japan an. Zum Gedenken an die Katastrophe hat der Internetkonzern an der Fassade des Sony-Hochhauses im schicken Tokioter Viertel Ginza ein riesiges Plakat angebracht. Darauf erinnert er in grosser Schrift an den 11. März 2011 und warnt, dass ein solches Unglück sich jederzeit wiederholen könne.

«Genau auf dieser Höhe»

Um die gewaltige Welle von damals für die Passanten zu veranschaulichen, wurden die Worte «Genau auf dieser Höhe» mit roter Farbe hervorgehoben. 16,7 Meter ist diese Textzeile am Hochhaus vom Boden entfernt; so hoch wie die Welle, die damals auf das Städtchen Ofunato in der Präfektur Iwate aufschlug. Und so lautet der vollständige Satz: «Genau auf dieser Höhe wäre der Tsunami gewesen, hätte sich die Naturkatastrophe in Ginza ereignet.»

Es ist eine einfache und zugleich eindrückliche Visualisierung der gewaltigen Welle vom 11. März 2011. In diesem Sinne schliesst Yahoo Japan mit den Worten: «Lasst uns diesen Tag nicht vergessen. Dies ist die beste Katastrophenverhütung.»

So hoch wie die rote Markierung war die Welle am 11. März 2011 in Ofunato. (Foto: twitter / @iosys_chuou)

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