News aus Japan. Von Jan Knüsel.

Japans Rauchverbot auf der Strasse

Rauchverbot für Fussgänger. (Foto: flickr/ Maya-Anaïs Yataghène)

Rauchverbot für Fussgänger. (Foto: flickr/ Maya-Anaïs Yataghène)

Verkehrte Welt in Japan: Während in Bars, Restaurants und Cafés geraucht werden darf, herrscht an vielen Orten ein Rauchverbot auf den Gehsteigen (Asienspiegel berichtete). Schon bald aber wird auch der Inselstaat ein national geregeltes Gesetz einführen, das ein Rauchverbot in Innenräumen vorsieht (Asienspiegel berichtete).

Noch wird an den Details gefeilt. Denn der Widerstand ist gerade in der Gastronomie gross. Viele Besitzer fürchten, dass sie damit ihre Kundschaft verlieren werden. Ausnahmen sollen einzig für kleine Bars und Pubs gemacht werden, wo hauptsächlich Getränke serviert werden. In den klassischen Izakaya-Kneipen oder Yakitori-Bars wird man sich derweil mit dem neuen Verbot abfinden müssen, wie FNN News berichtet. Hier will die Regierung hart bleiben.

Das Hauptargument der Gegner ist jedoch, dass diese Massnahme dazu führen wird, dass man letztendlich in vielen Städten nirgendwo mehr rauchen darf, weder drinnen noch draussen. Tatsächlich hat man in Japans Städten den Eindruck, dass das Rauchen im Freien weitgehend untersagt ist. Doch das Gesundheitsministerium lässt dieses Argument der Gegner nicht gelten. Denn die Realität zeigt, dass dieses Verbot ganz unterschiedlich geregelt wird, wie die Mainichi Shimbun berichtet.

Unterschiedliche Regelungen

So herrscht lediglich im Tokioter Bezirk Minato ein flächendeckendes Rauchverbot im Freien, wo man weder im Stehen noch im Gehen an der Zigarette ziehen darf. Einzig an 36 gekennzeichneten Orten ist der Zigarettenkonsum dort erlaubt.

Überall sonst wird diese Form des Rauchverbots nicht ganz so restriktiv gehandhabt. An 128 Orten im Land ist beispielsweise das Rauchen nur während des Gehens untersagt. 94 lokale Behörden erlauben das Rauchen draussen, sofern man einen portablen Mini-Aschenbecher, die in Japan überall erhältlich sind, bei sich hat. 172 weitere Gemeinden erlauben den Zigarettengenuss im Freien, solange man auf Privatgrund steht oder wiederum einen portablen Mini-Aschenbecher verwendet. Eine spezielle installierte Zone mit Aschenbechern bedeutet daher nicht zwingend, dass man an keinem anderen Ort in der unmittelbaren Gegend rauchen darf.

Das Rauchverbot auf der Strasse ist somit eine Regelung, die regional ganz unterschiedlich definiert und umgesetzt wird – und so für einige Verwirrung sorgt. Das neue Rauchverbot für Innenräume wird derweil national und einheitlich geregelt sein.

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