Foto: wikimedia/​NARI­TA Masa­hi­roStart einer H2A-Trä­ger­ra­ke­te im Tane­ga­shi­ma Space Center.

Japan ist nach den USA und Russ­land die Nati­on, die sich schon am längs­ten mit der Raum­fahrt beschäf­tigt. Gleich zwei Welt­raum­bahn­hö­fe besitzt das Land. Die ältes­te Anla­ge, das Uchi­nou­ra Space Cen­ter, wur­de 1962 errich­tet und liegt im Süden der Prä­fek­tur Kago­shi­ma auf Kyus­hu. Der Bahn­hof wird vor allem für den Trans­port wis­sen­schaft­li­cher Satel­li­ten verwendet.

Der grös­se­re und weit­aus wich­ti­ge­re Welt­raum­bahn­hof liegt noch etwas wei­ter süd­lich auf der Insel Tane­ga­shi­ma, die eben­falls zur Prä­fek­tur Kago­shi­ma gehört und die Nach­bar­in­sel der tou­ris­tisch belieb­ten Insel Yakushi­ma ist. 36’000 Ein­woh­ner und einen eige­nen klei­nen Flug­ha­fen hat die­se lang gezo­ge­ne Insel. Am Süd­zip­fel liegt das Tane­ga­shi­ma Space Cen­ter. 9,7 Qua­drat­ki­lo­me­ter gross ist die Anla­ge, die in zwei Berei­che geteilt ist mit ins­ge­samt vier Rake­ten­start­plät­zen. Der ers­te wur­de 1969 errichtet.

Der gros­se Welt­raum­bahn­hof neben Yakushima

Gleich­zei­tig steht im Tane­ga­shi­ma Space Cen­ter auch eine rie­si­ge 81 Meter hohe Mon­ta­ge­hal­le, in der gleich zwei Trä­ger­ra­ke­ten des Typs H-2A in einer mehr­mo­na­ti­gen Arbeit zusam­men­ge­baut wer­den kön­nen. Ein wei­te­rer wich­ti­ger Bestand­teil die­ser rie­si­gen Anla­ge ist das Kon­troll­zen­trum, das unter der Erde gebaut wurde.

Von hier aus erforscht die japa­ni­sche Welt­raum­be­hör­de JAXA das Welt­all. So ist bei­spiels­wei­se das Haya­bu­sa-Pro­gramm in Tane­ga­shi­ma zuhau­se. 2014 wur­de mit Haya­bu­sa 2 die zwei­te Raum­son­de auf eine 6-jäh­ri­ge Rei­se geschickt, um den Aste­ro­iden 1999JU3, der sich zwi­schen Erde und Mars befin­det, zu erfor­schen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Von Wet­ter bis zur Aufklärung

In Tane­ga­shi­ma star­ten aber auch Rund­funk- und Wet­ter­sa­tel­li­ten. So ver­fügt Japan dank des Hima­wa­ri-Pro­gramms Satel­li­ten, die alle Wet­ter­ent­wick­lun­gen genau regis­trie­ren kön­nen und damit eine wich­ti­ge Rol­le in der Vor­her­sa­ge von Tai­fu­nen, Stür­men und ande­ren Natur­ge­fah­ren spie­len. Alle paar Jah­re wird ein neu­er Hima­wa­ri-Satel­lit in die Erd­um­lauf­bahn gebracht (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Das Welt­raum­pro­gramm wird aber auch zur Ver­tei­di­gung des Lan­des ver­wen­det. So hat am ver­gan­ge­nen Frei­tag eine H-2A-Trä­ger­ra­ke­te einen Auf­klä­rungs­sa­tel­li­ten in den Orbit trans­por­tiert, wie NHK News berich­te­te. Die­ser soll Japan mit allen mög­li­chen Infor­ma­tio­nen, die sich auf See und am Boden abspie­len, ver­sor­gen. Das Pro­gramm wur­de 1998 ins Leben geru­fen, nach­dem Nord­ko­rea in den 1990ern begann sei­ne ers­ten Kurz- und Mit­tel­stre­cken­ra­ke­ten zu ent­wi­ckeln und zu testen.