Foto: flickr/​Moto «Club4AG» MiwaDer Hok­kai­do-Shink­an­sen.

Mit dem Zug in 4 Stun­den 2 Minu­ten von der japa­ni­schen Haupt­stadt Tokio bis nach Hako­da­te auf Hok­kai­do: Seit einem Jahr ist die­se Rei­se dank des neu­en Hok­kai­do-Shink­an­sen mög­lich (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Zehn Mal am Tag ver­kehrt nun ein Shink­an­sen zwi­schen Tokio und der Nordinsel.

Die Bezeich­nung Hok­kai­do-Shink­an­sen gilt jedoch nur für das 149 Kilo­me­ter-Teil­stück zwi­schen Shin-Aom­ori am Nord­zip­fel der Haupt­in­sel Hons­hu und dem Bahn­hof Hako­da­te-Hoku­to auf Hok­kai­do. Dazu gehört auch der 53,85 Kilo­me­ter lan­ge Sei­kan-Tun­nel, der die bei­den Haupt­in­seln unter dem Meer ver­bin­det und bereits 1988 fer­tig­ge­stellt wur­de. Von Tokio bis Shin-Aom­ori spricht man vom Tohoku-Shinkansen.

Tech­nisch ist der 550 Mil­li­ar­den Yen teu­re Bau der Stre­cke zwei­fel­los eine Meis­ter­leis­tung. Sym­bo­lisch und poli­tisch ist die­se Ver­bin­dung eben­so bedeu­tend, da somit die drit­te Haupt­in­sel Japans ans Hoch­ge­schwin­dig­keits­netz ange­schlos­sen ist. Wirt­schaft­lich ste­hen dem Hok­kai­do-Shink­an­sen aber noch eini­ge schwie­ri­ge Jah­re bevor.

2,29 Mil­lio­nen Passagiere

So trans­por­tier­te der Hok­kai­do-Shink­an­sen im ers­ten Jahr 2,29 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re und wies eine Bele­gungs­ra­te von gera­de mal 33 Pro­zent auf, wie NHK News berich­te­te. Zum Ver­gleich: Der eben­falls neue Hoku­ri­ku-Shink­an­sen zähl­te im ers­ten Jahr 8,98 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Zudem fällt auf, dass die Bele­gung sehr gros­sen Schwan­kun­gen unter­wor­fen ist. Im August lag die Rate zeit­wei­se bei 48 Pro­zent, im kal­ten Janu­ar stürz­te sie auf tie­fe 19 Pro­zent ab. In der Nacht sind es teil­wei­se weni­ger als 10 Prozent.

Betrei­ber JR Hok­kai­do ist den­noch zufrie­den mit dem ers­ten Jahr. Schon vor der Eröff­nung sta­pel­te man tief. Bei der Bele­gungs­ra­te ging man fürs ers­te Jahr von 26 Pro­zent aus. Bis 2018 rech­net man mit einem jähr­li­chen Ver­lust von geschätz­ten 4,8 Mil­li­ar­den Yen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Ein Kri­tik­punkt von der Wirt­schaft bleibt, dass die Rei­se­zeit zwi­schen Tokio und Hako­da­te nicht unter 4 Stun­den gedrückt wer­den konn­te, um gegen die Air­lines zu bestehen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Wirk­lich ren­ta­bel wird die Stre­cke wohl erst, wenn das letz­te, 212 Kilo­me­ter lan­ge Teil­stück zwi­schen Hako­da­te und Sap­po­ro fer­tig gestellt sein wird. Dies wird jedoch erst 2031 der Fall sein.

Ein Gewinn für Hakodate

Für die Stadt Hako­da­te und ihre Regi­on ist der neue Zug aber jetzt schon ein Gewinn. Der Shink­an­sen hat im ers­ten Jahr immer­hin 70 Pro­zent mehr Pas­sa­gie­re als auf der kon­ven­tio­nel­len Linie beför­dert. Die Stadt hat auch medi­al viel Auf­merk­sam­keit erhal­ten. Die Fol­ge ist ein neue Rekord­zahl von über 5,4 Mil­lio­nen Besu­chern, wie TV Asahi berichtet.