Foto: flickr/​Saku Taka­ku­sa­kiAll­tag in Tokio.

In Japan sind zur­zeit 1,88 Mil­li­on offi­zi­ell ohne Job. Das ent­spricht einer Arbeits­lo­sen­ra­te von 2,8 Pro­zent, wie Jiji News berich­tet. Das sind die tiefs­ten Wer­te seit Dezem­ber 1994. Seit über 6 Jah­ren nimmt die Zahl arbeits­lo­ser Per­so­nen nun ab. Die­se anhal­ten­de Ent­wick­lung hat aber nichts mit einer boo­men­den Wirt­schaft zu tun. Der Grund liegt viel­mehr dar­in, dass dem über­al­tern­den Japan, wo mehr als jede vier­te Per­son über 65 Jah­re alt ist, die Arbeits­kräf­te aus­ge­hen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Ins­be­son­de­re der Pfle­ge­be­reich, die Bau­in­dus­trie und die Gas­tro­no­mie kämp­fen schon seit eini­gen Jah­ren mit die­sem Phä­no­men (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Und so geben sich die Unter­neh­men immer mehr Mühe, das Per­so­nal lang­fris­tig an sich zu bin­den. Ein Bei­spiel dafür ist die japa­ni­sche Restau­rant­ket­te Yoshi­noya (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die­se ist nun bereit, ab April 2018 jähr­lich rund 10 Stu­den­ten ein Dar­le­hen zu geben, damit die­se die Stu­di­en­ge­büh­ren bezah­len kön­nen, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­tet. Die Bedin­gung ist, dass man wäh­rend den 4 Uni­ver­si­täts­jah­ren min­des­tens 3 Stun­den die Woche als Teil­zeit­an­ge­stell­ter bei Yoshi­noya arbeitet.

Ein ver­lo­cken­des Angebot

Wer nach dem Stu­di­um bei Yoshi­noya für min­des­tens 4 Jah­re Voll­zeit tätig ist, dem wir die Rück­zah­lung des Stu­di­en­dar­le­hens sogar erlas­sen. Auch mit Per­so­nen, die nach dem Uni­ver­si­täts­ab­schluss bei einem Kon­kur­ren­ten arbei­ten soll­ten, ist man gross­zü­gig. Die­se müs­sen nur die Hälf­te des Dar­le­hens zurück­zah­len. Yoshi­noya begrün­det dies damit, dass man damit im eige­nen Inter­es­se die Bran­che gesamt­haft unter­stüt­zen wol­le. So begehrt sind inzwi­schen die jun­gen Ange­stell­ten in einer Gesell­schaft, die rasant altert.

Die­se wirt­schaft­li­che und gesell­schaft­li­che Ent­wick­lung hat den Effekt, dass die Zahl der schlecht bezahl­ten Zeit­ar­bei­ter, die in den Nul­ler-Jah­ren noch rasant anstieg, laut Jiji News nun um 0,5 Pro­zent auf 20,05 Mil­lio­nen gesun­ken ist. Der­weil hat die Zahl der fest ange­stell­ten Arbei­ter um 1,5 Pro­zent auf 33,97 Mil­lio­nen zuge­nom­men – Ten­denz steigend.

Dar­über hin­aus setzt Japan ver­mehrt auf die lan­ge tabui­sier­te Immi­gra­ti­on, um ihre gigan­ti­sche Wirt­schaft am Lau­fen zu hal­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te).