Japans über­al­ter­te Mafia

Foto: flickr/​Colin and Sarah Nor­thwayGanz­kör­per-Tat­toos sind ein typi­sche Sym­bo­le für eine Yakuza-Mitgliedschaft.

In Japan nennt man sie offi­zi­ell «gewalt­tä­ti­ge Grup­pen». Sie sel­ber bezeich­nen sich lie­ber als «ehren­haf­te Grup­pen». Bes­ser bekannt sind sie unter dem Begriff Yaku­za, die japa­ni­sche Mafia. Ihre gros­se Stun­de schlug nach dem Zwei­ten Welt­krieg, als sie im Cha­os der ers­ten Nach­kriegs­jah­re loka­le Schutz­funk­tio­nen über­nah­men. Schutz­gel­der, Erpres­sun­gen, Dro­gen­han­del, Finanz­be­trug, Geld­wä­sche­rei oder die Ver­mitt­lung von ille­ga­len Arbei­tern in der Bau- und Unter­hal­tungs­in­dus­trie wur­den zu ihren Ein­nah­me­quel­len. Bis in die 60er-Jah­re wuch­sen sie auf über 180’000 Mit­glie­der an.

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Im Gegen­satz zu ande­ren kri­mi­nel­len Grup­pie­run­gen im Aus­land agiert die Yaku­za nicht voll­stän­dig im Dun­keln. Die ver­schie­de­nen Ban­den sind offi­zi­ell ein­ge­tra­ge­ne Orga­ni­sa­tio­nen mit Haupt­sit­zen und vor­der­grün­dig regu­lä­ren Tätig­kei­ten. Die Poli­zei über­wacht die­se streng, führt genau Buch über die Mit­glie­der­zah­len und stellt seit eini­gen Jah­ren einen rasan­ten Rück­gang fest. Gemäss aktu­el­len Zah­len der natio­na­len Poli­zei­be­hör­de ist die Zahl der Mit­glie­der erst­mals seit 1958 auf unter 40’000 gefal­len, wie die Asahi Shim­bun berichtet.

40 Pro­zent über 50 Jah­re alt

Die Yaku­za ist auch so alt wie noch nie. Rund 40 Pro­zent ihrer Mit­glie­der sind über 50 Jah­re alt. Nach­wuchs scheint nicht in Sicht zu sein. So ist die Zahl der jun­gen Yaku­za stark rück­läu­fig. Nur noch 4,7 Pro­zent sind in den 20ern. Die Poli­zei begrün­det die­se Ent­wick­lung mit wirk­sa­me­ren Geset­zen gegen das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Ein Yaku­za-Mit­glied zu wer­den, scheint im Ver­gleich zu den 60er-Jah­ren an Attrak­ti­vi­tät ver­lo­ren zu haben.

Doch nicht alle sehen das so. Die rück­läu­fi­gen Zah­len hät­ten nichts mit einer erfolg­rei­chen Ver­bre­chens­be­kämp­fung zu tun, son­dern ein­fach damit, dass vie­le Mit­glie­der heu­te ein­fach ver­steckt tätig sei­en, wie die Japan Times berich­te­te. Auch die Asahi Shim­bun schreibt, dass vie­le Gangs­ters heu­te auf die klas­si­schen Auf­nah­me­ri­tua­le ver­zich­ten, um so nicht ins Visier der Poli­zei zu geraten.

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